10 Tipps für mehr Sicherheit in den Bergen

Das nächste Wochenende naht und es zieht wieder viele Wanderer in die Berge. Hier findest du 10 Tipps für mehr Sicherheit in den Bergen.

„Wir gehen beim Bergsteigen freiwillig dahin, wo wir umkommen könnten, um nicht umzukommen.“

… sagte einst Reinhold Messner.

Jetzt werden sich viele denken: „Hr. Messner war auf den höchsten Gipfeln der Erde unterwegs aber ich geh ja nur in die Alpen“

Genau da liegt der Fehler!

Noch vor wenigen Jahrzehnten galten die Berge als dunkler und gefährlicher Ort. Nur wenige machten sich auf den Weg die unerschlossenen Gipfel zu besteigen und zu erkunden. Inzwischen ist Wandern zum Massenerlebnis geworden. Egal ob aus Liebe zur Natur, der Suche nach Ruhe oder aus sportlichen Gründen, jedes Wochenende zieht es unzählige Bergfreunde in die Berge und in die Natur-leider kehren nicht alle gesund zurück… Erst vor kurzem gab es wieder einen tragischen Unfall auf der Alpspitz-Ferrata. Ein junger Mann geriet ungesichert und ohne Helm in einen Steinschlag und stürzte mehrere Hundert Meter in die Tiefe-jede Hilfe kam zu spät… Deshalb gibt es von mir heute 10 Tipps für mehr Sicherheit in den Bergen.

Dabei ist es so einfach für mehr Sicherheit zu sorgen!

Hier nun meine Tipps:

1. Die Tourenplanung

Egal welchen Gipfel oder welches Ziel ich mir aussuche. Bevor ich mich auf den Weg mache, lese ich immer mehrere Tourenberichte. Wieso mehrere? Jeder Wanderer hat eine andere Empfindung von Anstrengungen und unterschiedliche Erfahrungen im Gelände. Was für den einen leicht erscheint, kann für den anderen schon ein großes Hindernis darstellen.

Links:

Tourentipp.de

Höhenrausch.de

Seid ehrlich zu euch selbst und erkennt eure Grenzen. Natürlich reizen die hohen Berge mit spektakulären Gipfeln, aber sind diese die Richtigen für mich? Schaut auf eure letzten Touren zurück und überlegt wie lang ihr unterwegs wart und wie ihr die Anstrengungen empfunden habt. Wenn man sich nach und nach steigert, erreicht man sein Ziel zwar etwas später-dafür aber sicherer. Nach einer längeren Wanderpause suche ich mir immer Touren aus, wo ich mir 100% sicher bin, dass sie mich nicht überfordern.

Prüft vorab das Wetter. Das Wetter wird in den letzten Jahren immer extremer und unberechenbarer. Gerade in den Bergen kann es binnen wenigen Minuten umschlagen und der strahlende Sonnenschein wird zum Regen oder gar zum Gewitter. Aus diesem Grund habe ich grundsätzlich eine Regenjacke und wärmende Kleidung dabei. So habe ich nach dem Regen die Möglichkeit mir trockene Sachen anzuziehen. Auch beim Wetter prüfe ich vorab mehrere Seiten.

Links:

DAV Bergwetter

Wetter.de

Wetter.at

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2. Ausrüstung und Kleidung

 Jede Tour ist anders und benötigt eine unterschiedliche Ausrüstung. Überlegt gut was ihr auf der bevorstehenden Wanderung brauchen könnt. Ich persönlich nehme lieber etwas mehr mit, als unterwegs festzustellen, dass ich etwas vermisse.

Aber was muss alles mit? Anbei ein Blick in meinen Rucksack.

1. Handy mit den eingespeicherten Notrufnummern. In Deutschland ist dies die 112 und in Österreich die 140. Eine Liste aller Notrufnummern findet ihr hier: Link zu Wikipedia 

Da das Handy in den Bergen oft viel Strom durch das Fotografieren und durch die Netzsuche zieht, empfiehlt es sich immer eine Powerbank zum nachladen dabei zu haben.

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2. Erste Hilfe Notfallset. Unverzichtbar ist ein kleines erste Hilfe Set. Dieses kann bereits bei Blasen oder kleinen Kratzern gute Dienste leisten.

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3. Wechselkleidung. Auch wenn das angesagte Wetter stabil bleibt. Wechselkleidung ist ein Muss. Der Aufstieg ist fast immer anstrengend und schweißtreibend. Um ein Auskühlen am Gipfel zu vermeiden, empfiehlt es sich mindestens ein Wechselshirt und noch eine trockene Kuscheljacke im Rucksack zu haben. So wird die Gipfelpause zum Genuss. Eine Regenjacke und Kopfbedeckung sind ebenfalls dringend notwendig. In der Höhe scheint die Sonne oft unerbittlich und Schatten ist selten zu finden. Um die Gefahr eines Sonnenstiches zu verringern, empfehlen sich eine helle Kopfbedeckung und eine dünne, ebenfalls helle, Jacke.

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4. Sonnencreme. Bereits am Morgen sollte die erste Schicht aufgetragen werden. So kann die Creme schon in die Haut einziehen und wirken. Ein Nachcremen ist an sonnigen Tagen jedoch ständig nötig. Ich empfehle eine Creme mit hohem Lichtschutzfaktor und nutze dabei immer die Kinderversion, da bei dieser weniger Parfüme und Zusatzstoffe verwendet werden.

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5. Taschen- oder Stirnlampe. Besonders bei längeren Touren ist dieses Tool ein muss. Da der Abstieg in Mitteleuropa fast immer durch den Wald führt, kann es schon mal passieren, dass man am Abend plötzlich nichts mehr sieht. Besonders Wurzeln und größere Steine können jetzt zur Stolperfalle werden. Ich benutze hier eine Stirnlampe von LED Lenser. Diese haben noch ein besonderes Gimmick-an der Rückseite befindet sich noch eine kleine rote Leuchte-diese bietet besonders beim Wandern auf dunklen Straßen einen zusätzlichen Schutz.

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6. Wanderstöcke. Diese sind bei meinen Touren definitiv immer mit dabei. Gerade bei anstrengenden Aufstiegen können sie einiges erleichtern. Ich nutze sie hauptsächlich für den Abstieg. Da dieser oft über mehrere Stunden dauert, werden Knie und Gelenke extrem belastet. Mit den Stöcken kann man das Gewicht abfangen und das bergab gehen wird deutlich angenehmer.

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3. Wasser und Nahrung

Das A und O auf jeder Wanderung ist ausreichend Wasser. Es gibt nichts schlimmeres als wenn man merkt, dass das Wasser ausgeht und man Durst bekommt. Die Konzentration lässt bei Dehydrierung schnell nach und die Unfallgefahr steigt. Aus diesem Grund prüfe ich schon bei der Tourenplanung ob eine Hütte zum Auffüllen der Vorräte auf dem Weg liegt. Ich selbst bezeichne mich ja als Kamel, da ich recht wenig Wasser brauche. Trotzdem habe ich grundsätzlich mindestens 2,5 Liter dabei. Auch wenn man mal auf einer Hütte bezahlen muss-es sollte jede Möglichkeit genutzt werden, das verbrauchte Nass wieder aufzufühlen.

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Die Berge sind kein Platz für Schonkost. Zu jeder guten Bergtour gehört eine anständige Brotzeit mit kalorienreicher Nahrung! So schön die Wanderung auch ist-für den Körper ist sie der reinste Stress und er verbraucht Unmengen an Energie. Diese muss natürlich nachgeführt werden. Ich habe deshalb immer solch leckere Sachen wie Käsestangen, Würstchen, Eier und Bananen dabei. Gerade Bananen sind für mich das Allheilmittel. Sie bieten ausreichend Fruchtzucker, Magnesium und machen schnell satt. Ebenfalls sollte man immer etwas Traubenzucker oder Bonbons dabei haben, der Zucker gibt dem Körper schnell neue Energie und so manch kleines Tief kann somit überwunden werden. Nervennahrung halt. 😉

Ebenfalls empfehlenswert sind Kalorien- und Energieriegel. Diese gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen-da ist für jeden Geschmack das Richtige dabei.

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4. Die Anreise

Jeder kennt es, man freut sich auf einen schönen Tag am Berg und schon wenige Minuten nach der Abfahrt steht man im Stau. Bereits jetzt beginnt das Thema Sicherheit. Durch die ungewollte Verspätung verschiebt sich die geplante Tourenzeit nach hinten und es kann schon mal vorkommen, dass die Zeit nicht mehr ausreicht. Eigentlich ist der Tag schon vor der Ankunft im Ar***.

Nachdem mir Tagestouren inzwischen fast schon zu stressig geworden sind, habe ich nach Lösungen gesucht. Diese sind eigentlich ganz einfach. Wenn der Startort weiter weg liegt, schnappe ich mir einfach meinen Schlafsack und meine Isomatte und reise schon am Vortag an. Meistens suche ich mir dabei ein idyllisches Plätzchen an einem See, genieße den Sonnenuntergang und schlaf unter dem Sternenhimmel ein. Alternativ kann man sich auch eine Pension suchen.

Bei kürzeren Anfahrtswegen wähle ich inzwischen den nächtlichen Start. Dafür gehe ich am Vortag einfach mal richtig zeitig ins Bett und starte in der Nacht in Richtung Wanderparkplatz. Die Autobahnen sind da meist leer und ich kann gemütlich in den Tag starten. Oftmals bin ich so schon vor dem Sonnenaufgang da und kann die Stimmung und Ruhe des neuen Tages allein genießen. Positiver Nebeneffekt-die Parkplätze sind noch nicht überfüllt. 😉

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5. Checkliste

Ist man gut am Parkplatz angekommen möchte man natürlich so schnell wie möglich in das bevorstehende Abenteuer starten. Zugegeben, ich kenn die Situation von mir: Mist, ich muss nochmal zurück ins Auto weil ich dies und das vergessen habe. Wenn dies in der Nähe vom Parkplatz passiert, ist das Vergessene schnell geholt-aber wehe man stellt während der Tour fest, dass etwas fehlt. Aus diesem Grund habe ich mir nun angewöhnt den Rucksack noch einmal kurz zu checken und zu prüfen, ob ich wirklich alles dabei habe. Diese fünf Minuten können später für mehr Sicherheit sorgen.

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6. Der Tourenstart

Wie bereits erwähnt, man ist am Parkplatz und möchte schnellstmöglich zur Wanderung starten. Oftmals siegt hier die Vorfreude gegenüber der Vernunft und man rennt direkt los-ein Fehler. Die Muskeln sind noch kalt und das Herz hat noch einen ruhigen Puls. Mit einfachen Kniebeugen und Dehnübungen kann man den Körper schon vorab auf die bevorstehenden Anstrengungen vorbereiten. Die ersten Meter sollte man dann in aller Ruhe gehen und die Beine warmlaufen. Mit diesen kleinen Tricks verringert man das Risiko einer Übersäuerung der Muskeln und man hat auf der restlichen Tour mehr Ausdauer, Kraft und Kondition.

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7. Das Tourentempo

Geht man, wie ich, zum Genuss und zum Abschalten in die Berge, sollte man genügend Zeit einplanen. Wir leben in einer Welt die von Stress und Druck dominiert wird. All dies möchte ich in den Stunden meiner Wanderung vergessen. Lasst euch auf eurer Tour Zeit, genießt die Aussicht und die gewaltigen Eindrücke. Wenn ihr merkt, dass ihr ins Schwitzen kommt-schaltet einen Gang zurück und sucht euch ein Tempo bei dem ihr euch wohlfühlt. Es stresst euch nichts und niemand.

Solltet ihr den Abstieg mit der Bergbahn gewählt haben, plant lieber 1-2 Stunden Toleranzzeit bis zur letzten Talfahrt ein. Es gibt nichts Schlimmeres als auf halben Wege festzustellen, dass die Zeit knapp wird und ihr euch beeilen müsst. Lieber legt ihr vor dem Ziel noch eine zusätzliche Pause ein in welcher ihr das Bergpanorama in vollen Zügen genießen könnt.

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8. Pausen

Damit wären wir auch schon bei Punkt Nummer 8 – die Pausen. Diese sind extrem wichtig! Treibt euren Körper niemals sinnlos an irgendwelche Grenzen. Bei etwas längerer Wandererfahrung merkt man schnell, dass der Körper mehr kann als ursprünglich gedacht. Ist man aber erst in diesem Grenzbereich fehlt nicht mehr viel bis der Körper die weise Fahne schwenkt und sich die Ruhe nimmt die er braucht.  Wenn ihr an einem schönen Fleckchen vorbei kommt wo es euch gefällt-lasst euch einfach kurz nieder und genießt die Zeit. Schenkt dem Körper eine kleine Auszeit zum regenerieren-er wird es euch danken.

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9. Achtet aufeinander

Punkt 9 ist für mich ein sehr Wichtiger. Es ist wirklich schwierig den passenden Tourenpartner zu finden. Man sollte die gleichen Interessen, die gleichen Ziele und auch das gleiche Tourentempo haben. Ist dies nicht so, ist der erfahrenere Partner der Verantwortliche! Wenn ihr merkt, dass euer Partner schnauft und schwitzt, fragt einfach immer wieder nach, ob alles ok ist und ob es ihm gut geht. Versucht ihn moralisch aufzubauen-aber erkennt seine Grenzen! Auch ich habe letztens einen Gipfel ausfallen lassen weil meine Begleitung schon recht müde war. Eigentlich war der Höllkopf nur noch 20 Minuten entfernt aber für diesen Tag wäre es zu viel für sie gewesen. Seid in diesem Moment nicht sauer auf euren Tourenpartner. Ihr geht gemeinsam in die Berge um gemeinsam einen schönen Tag zu verbringen und gemeinsam heil wieder im Tal anzukommen.

Achtet auch auf andere Wanderer. Oftmals sehe ich Bergfreunde welche erschöpft sind – auch hier gilt – einfach mal nachfragen ob alles in Ordnung ist oder ob man etwas füreinander tun kann. Sprecht auch offensiv andere Wanderer an, wenn ihr seht, dass sie fahrlässig vorgehen. Wenn sie euch nicht Ernst nehmen, habt ihr eure Schuldigkeit getan!

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10. Die Heimreise

Am Ende einer jeden Tour kommt der Punkt wo wir uns ins Auto setzen und einen mehr oder weniger langen Heimweg antreten. Der Kopf ist noch voll von den Eindrücken des Tages aber der Körper wird, wenn er in den nächsten Minuten zur Ruhe kommt, abbauen und sich die Ruhe holen die er braucht. Seid in dem Moment ehrlich zu euch und beurteilt selbst ob ihr noch fahrtauglich seid oder nicht. Wenn ihr Zweifel habt, legt euch kurz ins Auto und gönnt euch ein wenig Schlaf. Danach holt ihr euch an der Tankstelle noch einen Kaffee und schon sinkt das Risiko übermüdet am Steuer einzuschlafen.

Nach langen Touren wähle ich die gern die Variante wie bei der Anreise. Ich schnappe mir meinen Schlafsack und suche mir ein ruhiges Plätzchen um in aller Ruhe auszuschlafen und zu entspannen.

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weitere nützliche Ausrüstung:

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Verschiedene Steinschlaghelme bei Amazon*

Für Klettersteige unerlässlich: Das richtige Klettersteigset*

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Natürlich ist es nicht für jeden leicht sich Schwächen einzugestehen aber in Anbetracht der Sicherheit sollte man sein Ego zurückschrauben und auf Nummer sicher gehen.

Eine gesunde Vernunft ist die beste Möglichkeit Unfälle zu vermeiden!

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Für alle Neulinge unter euch hat mein Bergfreund Flo, von den Phototravellers, ein interessantes E-Book geschrieben. Schaut doch mal rein:

Bergwissen für Anfänger von Phototravellers.de

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An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Bergwachtlern, Ärzten und Rettern bedanken. Ihr macht einen phantastischen Job. Danke für euren, nicht selten gefährlichen, Einsatz. Danke, dass ihr da seid und wir uns auf euch verlassen können.

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Wenn auch du etwas für die Sicherheit deiner Freunde tun möchtest, kopiere einfach die URL des Berichtes

10 Tipps für mehr Sicherheit in den Bergen

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Sicherheit geht uns alle an!

Viele Grüße und bis zum nächsten Mal, Maik

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