Wandern und Fotografieren-welche ist die richtige Kamera für unterwegs?

Du bist viel draußen unterwegs und weißt nicht welche die richtige Kamera für deine Wanderung ist? Ich habe einige Modelle getestet und verrate dir meine Erfahrungen.

Als leidenschaftlicher Hobbyfotograf und Bergfreund stand ich in den letzten Jahren immer wieder vor der Frage: „Welche Kamera ist die Richtige für unterwegs?“ Ich erwarte von meinen Bildern eine gewisse Qualität aber allzu viel Gewicht durch die Berge schleppen, nervte mich mit der Zeit, also machte ich mich auf die Suche und ans Vergleichen. Heute, nach fast 6 Jahren aktiven Bergwanderns, habe ich die richtige Kamera für unterwegs gefunden und erzähle euch von meiner Suche.

Ist das Smartphone die richtige Kamera für unterwegs?

Zweifelsohne ist das Smartphone die praktischste Kamera. Man hat es eh ständig mit dabei und die aktuellen Modelle überschlagen sich zur Zeit mit noch besseren Kameras. Das aktuelle Highlight ist das wohl das Huawei P20* mit seinen !vier! Kameras (1x Frontkamera und 3x Rückkamera) und 40 Megapixel (laut Hersteller) ein absoluter Knüller. Ich persönlich besitze das Huawei P9*, welches auch schon zwei Rückkameras und 12 Megapixel aufweisen kann und hatte dieses auf einigen Touren mit dabei.

Gar nicht mal schlecht, oder? Mit 3968×2240 Pixel bekommt man bei guten Lichtverhältnissen schon sehr anständige Bilder auf die Speicherkarte gebannt. Reicht das Licht, wie in den Morgen- und Abendstunden jedoch nicht aus, kommt das Smartphone schnell an seine Grenzen und die Bilder entwickeln schnell Bildrauschen, sind zu dunkel oder Aufgrund der Belichtungszeit verschwommen. Da ich es liebe, zeitig unterwegs zu sein, blieb das Handy deshalb in der Tasche und es musste zwangsläufig eine zweite Kamera mit, was mich schon wieder nervte.

Wenn man jedoch nur bei hellem Tageslicht Bilder macht und seine Werke lediglich als Erinnerung und auf der Festplatte behalten möchte, kann ich nichts Schlechtes über die Smartphonographie 😉 sagen. Auch Bilddrucke bis DIN A4 sind mit den heutigen Kameras kein Thema mehr.

Mein Fazit: Sehr praktisch, bei gutem Licht ok, aber insgesamt nur ausreichend.

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Ist die Kompaktkamera die richtige Kamera für unterwegs?

Eigentlich dachte ich, dass die Kompaktkameras schon fast vom Markt verschwunden wären aber Aufgrund sehr guter Erfahrungen in der Vergangenheit, machte ich mich auf die Suche und siehe da, es gibt sie noch. Jetzt hatte ich Blut geleckt und wollte natürlich die eierlegende Wollmilchsau 😉 haben. Möglichst viel Weitwinkel und einen großen optischen Zoombereich sollte sie haben. Ich habe hin und her gelesen, verglichen und recherchiert bis ich endlich das passende Modell für mich entdeckt hatte: die Sony HX90* Mit ihrem 30-fach optischen Zoom ein wahres Monster wenn man weit entfernte Dinge nah ranholen will.

Besonders der HDR-Modus der Kamera faszinierte mich. Mit den drei aufeinanderfolgenden Aufnahmen waren die Ergebnisse auch bei starken Lichtkontrasten durchaus sehr gut und mit einer Bildgröße von 4896×3264 Pixel boten die Bilder auch eine sehr gute Qualität. Monatelang war die kleine Kamera mein ständiger Begleiter in den Bergen und auch die Bilder zur fortgeschrittenen Dämmerung gefielen mir sehr gut.

Eigentlich war meine Foto-Wanderwelt perfekt, wenn mich da nicht eine Sache wurmen würde. Als Fotograf möchte ich die Kontraste und die Helligkeit des Bildes bestimmen ggf. nachbearbeiten. Die Sony bietet leider nicht die Möglichkeit im RAW-Format zu fotografieren, also ging meine Suche weiter.

Mein Fazit: Wer eine Kamera sucht, welche in der Automatikfunktion gute bis sehr gute Bilder liefert, macht mit der Sony Kompaktkamera, nach meinen Erfahrungen, keinen Fehler und bekommt wirklich schöne Ergebnisse.

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Ist die Spiegelreflexkamera (DSLR) die richtige Kamera für unterwegs?

 Jahrelang war sie mein ständiger Begleiter auf meinen Bergtouren. Über die Bildqualität muss ich glaub ich nicht viel sagen, oder?

Um einen fairen Vergleich ziehen zu können, habe ich extra ein Bild bei Tageslicht gewählt. Die Canon 80D* ist von der Bildqualität für meine Art der Fotografie perfekt. Gut, Vollformatkameras sind um einiges besser aber für einen Hobbyfotograf wie mich, doch etwas zu teuer. Mit den passenden Objektiven bleiben keine Wünsche in der Landschaftsfotografie offen. Ich persönlich nutze hierfür das Canon 15-85mm* und das Tokina 11-16mm* und für den Zoombereich habe ich oft das Canon 70-300mm* mit dabei.

Wer sich jetzt für diese APS-C Kamera entscheidet und denkt, dass sie in der Dämmerung einfach so gute Bilder schießen kann, täuscht. Mit dieser Kamera kommt nämlich, im Gegensatz zu den vorherigen, der Übergang vom Knipsen zum Fotografieren. Die Kamera bietet durch den sogenannten manuellen Modus dem Bediener die Möglichkeit, selbst das Bild zu gestalten und besonders bei Freunden der Langzeitbelichtung ist diese Variante sehr wichtig.

Durch die längere Belichtung ergibt das Wasser einen nebligen Effekt.

Da die Kamera Bilder im RAW-Format aufnehmen kann, bleibt mir im Nachhinein immer die Möglichkeit die Bilder nach meinem Geschmack zu bearbeiten.

Vom Fotografieren ist die Canon 80D die richtige Kamera-wenn da nicht die Schlepperei wäre. 😉 Für solche Aufnahmen bedarf es allerlei Zubehör: ein passendes Stativ, Verlaufsfilter, Graufilter und Fernauslöser gehören zum Fotografenalltag dazu. Bei längeren Bergtouren kann das Gewicht schnell müde machen.

Mein Fazit: Allein vom Fotografieren ist die Spiegelreflexkamera für mich die ideale Kamera und mit einer Bildgröße von 6000×4000 Pixel lassen sich auch problemlos Poster oder Leinwände für die eigenen vier Wände gestalten. Trotz allem wiegt allein der Body der Kamera 730 Gramm. Dazu kommen dann noch die Objektive und die Ausrüstung. Somit ist die Kamera für längere Touren leider etwas unkomfortabel.

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Ist die spiegellose DSLM Systemkamera die richtige Kamera für unterwegs?

Lang hab ich hin und her überlegt ob ich nochmal Geld investieren und mir noch eine Kamera zulegen soll. Irgendwann nervte mich das ständige Geschleppe derart, dass ich mich mit dem Thema spiegellose Systemkamera beschäftigte und wurde schnell auf die kleine Canon M6* aufmerksam. Diese hat die gleiche Technik wie die Canon 80D, nur eben ohne Spiegelklapptechnik. Da diese eh hochempfindlich ist und auf Dauer bei den ständigen Erschütterungen, welche das Wandern mit sich bringt, leidet, schien mir die Systemkamera die ideale Alternative. Mit ihren 390 Gramm ist sie deutlich leichter und auch die Objektive wiegen nur einen Bruchteil.

Selbstverständlich fotografiert die Kamera auch im RAW-Format und die Bildgröße (6000×4000 Pixel) ist auch die gleiche wie bei der Spiegelreflrexkamera. Auch in Sachen Bedienung steht sie der 80D in Nichts nach. Auch wenn die Filter die gleichen bleiben, spare ich inzwischen auch beim Stativ weiteres Gewicht. Dadurch, dass die Kamera leichter ist, kann ich auch ein einfaches Reisestativ* mit auf meine Wanderungen nehmen. Alles in allem spare ich mir dadurch ca. 4 Kilogramm im Rucksack. Das macht sich deutlich bemerkbar. Auch die Auswahl der Canon M-Objektive* wächst immer weiter und es werden wohl schnell Weitere in meinen Rucksack wandern.

Das einzige kleine Manko ist der fehlende optische Sucher, aber bei meinen Wanderungen habe ich mich inzwischen an das Display gewöhnt und für den Abend stecke ich einfach einen separaten Sucher* auf den Blitzschuh. Wer gern mit fest eingebauten Sucher fotografiert, dem empfehle ich einfach die Canon M5*. Diese ist baugleich zur M6, nur eben mit Sucher.

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Update 09/2018

Ist die Reisezoom Kamera die richtige Kamera für unterwegs?

Auch wenn die Canon M6 schon nahezu perfekt für unterwegs ist nervte es mich, dass ich immer wieder das Teleobjektiv nicht dabei hatte. Also begann ich erneut zu lesen und wurde sehr schnell auf die Panasonic TZ202 aufmerksam. Die kleine kompakte Kamera überzeugt mich einem 1″ Sensor und einem Brennweitenbereich von 24-360mm (15-fach optischer Zoom). Auch die Möglichkeit des manuellen Fotografierens ist bei dieser Kamera gegeben und selbstversändlich kann man auch im RAW-Format fotografieren um die Bilder im Nachhinein zu bearbeiten.

Der eingebaute Sucher rundet die Kamera ab. Das einzige Manko, wenn man es so nennen kann, ist das Fehlen des klappbaren Displays. Dieses würde das Fotografieren nah am Boden deutlich erleichtern.

Panasonic LUMIX DC-TZ202EG-K Travelzoom Kamera (1-Zoll Sensor, 15x opt. Zoom, Leica Objektiv, Sucher, 4K, schwarz)

Price: EUR 654,00

3.5 von 5 Sternen (17 customer reviews)

8 used & new available from EUR 587,54

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Mein Fazit: Ich habe meine eierlegende Wollmilchsau gefunden. Die kleine Panasonic TZ202 ist zu meinem neuen Dauerbegleiter auf meinen Wanderungen geworden und bislang wurde ich in keinster Weise enttäuscht.  Auch wenn die Kamera mit ca. 700€ sícherlich kein Schnäppchen ist lohnt sich jeder Euro und die Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten ermöglicht es dem Fotografen auch in schlechten Lichtsituationen sehr gute Ergebisse zu erreichen. Für Neueinsteiger bietet die Kamera auch einen Automatikmodus, welcher ebenfalls wirklich gute Bilder schießt.

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Ein kleines Wander-Fotografengeheimnis gibt es noch dazu:

Ständig werde ich auf meinen Touren von anderen Fotografen neugierig begutäugt und gefragt wie ich denn die Kamera an meinem Rucksack befestigt habe. Ganz einfach, mit dem Capture-Clip* von Peak Design*. Diese geniale Erfindung befestigt man einfach mit Hilfe der beiden Bügel am Gurt seines Rucksackes oder Gürtels und an das Stativgewinde schraubt man das passende Gegenstück. Schon sitzt die Kamera fest an der Brust und baumelt nicht störend durch die Gegend. Auch das nervige Ein- und Auspacken des Rucksacks spart man sich damit. Selbst in Klettersteigen hat sich die Kamerahalterung bestens bewehrt und ich bin bislang noch nie damit am Fels angeeckt. Schau sie dir doch mal an:

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Ich hoffe, ich konnte dich bei deiner Entscheidung unterstützen, die richtige Kamera für deine nächste Wanderung zu finden?!

Wenn ja, wünsche ich dir tolle Motive und viel Spaß mit den Bildern.

Viele Grüße, Maik

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