Wandern-Garmisch Partenkirchen-Kreuzeck-Alpspitze (via Ferrata)

Die Alpspitze (2628m) bei Garmisch Partenkirchen gilt als Deutschlands beliebtester Anfänger-Klettersteiggipfel. Heute, zwei Jahre nach meinem ersten Besuch, wird es Zeit zurückzukehren.

Majestätisch thront die Alpspitze über Garmisch Partenkirchen. Erst vor kurzem stand ich, bei der Tour zur Rinderscharte, wieder am Fuß der „Pyramide“. Seit diesem Tag juckte es schon wieder in den Fingern. Also auf zur zweiten Besteigung.

Es ist 02:30 Uhr in der Nacht als der Wecker mich aus dem Schlaf klingelt. Heute steht eine ganz besondere Tour auf dem Plan-es wartet die Alpspitze auf mich. Vor Zwei Jahren bin ich schon mit Markus (outdoor-blog.org) zum Kreuzeckhaus aufgestiegen um am kommenden Tag den Zustieg über die Ferrata zu wagen. Auf dieser Tour lernten wir auch Flo (phototravellers.de) kennen. Es erwartet mich also ein Tag mit vielen tollen Erinnerungen.

Nach einem reichhaltigen Frühstück starte ich in Richtung Hammersbach. Die nächtliche Autobahn ist leer und ich kann gemütlich in den Tag starten. Der kostenpflichtige Parkplatz (5€/Tag) ist, zu meiner Überraschung, schon mehr als gut gefüllt. Aber ich erhasche noch einen der letzten freien Plätze und kann die letzten Vorbereitungen treffen.

Der Aufstieg zum Kreuzeckhaus

Es 05:30 Uhr als ich den Parkplatz verlasse und mich auf den Weg in Richtung Höllentalklamm mache. Kurz hinter dem Abzweig wartet auch schon der Wegweiser zum Jägersteig – Kreuzeckhaus auf mich.

Gleich zu Beginn fordert der steile Anstieg einiges an Kraft.

Es warten einige Stufen und ein ausgewaschener Weg auf mich. Während ich die erste kleine Almwiese quere geht am Horizont die Sonne auf.

*Guten Morgen du schöner Wandertag*

Nachdem ich das morgendliche Licht genossen habe lehnt sich der Weg etwas zurück und ich kann, begleitet von kurzen Regenschauern, gemütlich aufsteigen.

Als ich, nach gut Zwei Stunden, das Ende des Steiges erreiche beginnt es dann noch einmal richtig zu regnen. Da kommt mir das Kreuzeckhaus gerade recht.

Hier lege ich eine kleine Pause ein und genieße den köstlichen Kaffee und die Aussicht auf den bevorstehenden Weg.

Aufstieg zum Alpspix

Der Regen lässt während des zweiten Kaffees nach und ich kann meine Tour fortsetzen. Für den weiteren Aufstieg wähle ich den Weg über die Längenfelder. Hierzu muss man den Fahrweg ein kleines Stück zurückgehen und an der Gabelung Rechts abbiegen.

Jetzt wird es noch einmal richtig steil. Der breite Weg führt mich anfangs in Serpentinen hinauf bis ich auf einen Pfad, welcher über die Skipiste führt, wechsle. Die Anstrengungen werden direkt mit tollen Aussichten belohnt.

Als der kleine Gipfel erklommen ist muss ich auf der Rückseite wieder wenige Meter absteigen und gelange auf die ersten kleinen ausgesetzten Passagen. Diese sind sicherheitshalber mit Stahlseilen versichert, stellen aber keinerlei Hindernis dar.

Wenig später gelange ich auf den Wanderweg, welcher von der Hochalm hinauf zum Alpspix und der Bergstation der Alpspitzbahn führt.

Gemütlich geht es hier hinauf bis ich endlich die Bergstation erreiche.

Hier beginnt der Zirkus!

Nur die wenigsten Wanderer wagen den langen Aufstieg. Der Großteil der „Gipfelstürmer“ erklimmt den Osterfelder Kopf mit der Seilbahn und gehen lediglich den kurzen Weg bis zum Einstieg. Da ich hier erstmal eine kleine Pause einlege kann ich mir das bunte Treiben in aller Ruhe anschauen… Mit der Bergruhe ist es ab jetzt vorbei.

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Die Alpspitze (via Ferrata)

In der Zwischenzeit habe ich die Wanderstöcke im Rucksack verstaut und das Klettersteigset angelegt. Der weitere Weg führt mich an der Rinderscharte vorbei. Angenehm eben geht es jetzt dahin und ich kann noch einmal gemütlich durchatmen.

Ich genieße die Aussicht und überwinde eine erste kleine Kraxelstelle bis mich der Wegweiser nach Rechts zum Einstieg schickt. Schnell noch einmal alle Gurte prüfen und den Helm aufsetzen. Bei dem heutigen Andrang ist Steinschlag vorprogrammiert.

Den ersten kleinen Stau gibt es schon am Einstieg. Es ist noch ein kleines Schneefeld zu queren bis ich an die erste Leiter gelange. Von nun an treten meine Füße fast ausschließlich auf Stahlklammern und Stifte. Der Berg ist regelrecht zugenagelt und die Gehhilfen behindern mehr als das sie mir helfen.

Von jetzt an wechseln sich kleine Kraxelstellen mit flachen Schotterpassagen ab.

Kurz vor dem Ausstieg wartet noch einmal ein ordentlicher Stau auf mich. Auf den letzten Metern treffen der Weg zum Gipfel und der Abstieg ins Matheisenkar aufeinander. Hier heißt es erstmal warten. Da das steile Stückchen lediglich über eine Leiter zu begehen ist kommt es hier auch zum erwarteten Steinschlag-losgetreten von einigen Wanderern die nicht warten wollten und neben der Leiter aufsteigen. Manchmal sollte man auch ein wenig nachdenken…

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Der Alpspitzgipfel (2628m)

Endlich ist auch das Gipfelkreuz zu sehen. Es ist ca. 14:00 Uhr und ich bin jetzt seit 7,5 Stunden unterwegs. Wie schon auf dem Klettersteig herrscht allerhand Trubel hier oben. Ich gehe also noch ein Stückchen weiter und suche mir ein ruhiges Plätzchen.

Von hier hinten kann ich in aller Ruhe die umliegende Bergwelt genießen und meine Blicke über das Wettersteingebirge, den Jubiläumsgrat und die Zugspitze schweifen lassen. Die mitgebrachten Brezen und das Radler schmecken dabei mindestens doppelt so gut. So lässt es sich aushalten.

Zwar hängen noch immer dicke Wolken in den Bergen aber gelegentlich strahlt auch die Sonne durch ein kleines Wolkenloch.

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Der Abstieg über den Ostgrat

Irgendwann kehrt Ruhe am Gipfel ein. Klar, die letzte Bahn fährt in wenigen Stunden ins Tal und die meisten Besucher müssen diese noch erreichen. Ich bleibe noch etwas länger und genieße die Stille.

Für den Abstieg wähle ich den Weg über den Ostgrat, welchen wir auch schon vor Zwei Jahren gegangen sind. Die ersten Meter ins Tal sind etwas unangenehm zu gehen. Steil schlängelt sich der kaum erkennbare Weg auf losem Schotter den Hang hinunter.

Hat man diese Flanke gemeistert warten wieder einige ausgesetzte Stellen, welche wieder durch Stahlseile und Stifte versichert sind.

Technisch gesehen ist dieses Stückchen definitiv anspruchsvoller als der Aufstieg über die Ferrata. Als ich den letzten kleinen Grat hinter mich bringe und das flache Gelände wieder vor mir sehe bin ich, offen gesagt, schon etwas erleichtert. Der lange Tag und die hohe Konzentration beim Abstieg fordern erste Opfer. So mache ich es mir auf einer kleinen Wiese bequem und gönne mir erstmal eine Banane, Wasser und etwas Zucker. Nach gut 20 Minuten setze ich dann meine Wanderung fort und mache mich auf den weiteren Weg.

Dieser führt fast eben zurück zum Alpspix.

Es sind nur noch wenige Leitern und Kraxelstellen zu überwinden bis man auf das letzte kleine Highlight der Tour trifft. Auf den letzten Metern führen 2 Tunnel durch den Berg-diese bieten noch einmal eine kleine Abwechslung.

 Jetzt schließt sich der Weg und ich treffe wieder auf den Einstieg in den Klettersteig. Nur noch wenige Meter und ich bin wieder am Alpspix-wenn da nicht noch ein ganz besonderer Gipfel wäre.

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Der Bergwachtkopf

Etwas oberhalb vom Osterfelder Kopf ragt ein kleiner steiler Hügel in den Himmel. Im Volksmund wird dieser als Bergwachtkopf bezeichnet. Schon oft saß ich hier oben und habe die Aussicht und Ruhe genossen. Irgendwie lässt mich dieses Plätzchen nicht mehr los und es warten viele Erinnerungen da oben auf mich.

Also biege ich an der Gabelung zur Rinderscharte Links ab und folge den kleinen Serpentinen nach oben. An der Scharte angekommen gilt es noch einige Höhenmeter an der Felswand nach oben zu klettern und schon bin ich da. Hier kann ich mich noch einmal zurücklehnen, die Aussicht genießen und an die vergangenen Besuche zurückdenken.

Hier genieße ich noch eine kleine Brotzeit bis ich mich gegen 19:00 Uhr auf den Weg zum finalen Abstieg mache…

Der Abstieg nach Hammersbach

Nachdem ich die kleine Felswand wieder hinunter geklettert bin statte ich dem Alpspix noch einen kleinen Besuch ab. Heute Abend kann ich die tiefen Ausblicke in aller Ruhe genießen. Allerdings machen sich meine Knie und Beine langsam bemerkbar. Da ich, ehrlich gesagt, keine Lust mehr auf Stufen und hohe Tritte habe entscheide ich mich für den Abstieg über den Fahrweg.

Dieser führt mich auf der ersten Etappe an der Hochalm und dem Kreuzeckhaus vorbei bis mich auf einer Almwiese der Sonnenuntergang fesselt.

 Als ich dieses einmalige Flair genossen habe führt mich der weitere Weg zurück in den Wald.

Die ersten Meter ins Tal lassen sich traumhaft gehen. Der flache Pfad führt einen sanft nach unten und ich kann meine Beine in aller Ruhe auslaufen-bis ich auf die Trögelhütte stoße…

Diese kleine DAV-Selbstversorgerhütte steht am Rande der berüchtigten Kandaharabfahrt. Von nun an geht es über die Viehweiden in großen Serpentinen nach unten. Die Kühe schauen zwar etwas blöd als ich in den letzten Stunden des Tages durch ihr Wohnzimmer wandere aber mit etwas Abstand geht alles gut. Etwas weiter unten warnt ein Hinweisschild vor dem weiteren Abstieg-der Weg sei in einem schlechten Zustand. Ganz ehrlich? Inzwischen ist es dunkel geworden und ich will einfach nur noch zurück ins Tal. Also Stirnlampe auf und los geht´s. Der Weg ist nicht so schlecht wie ausgeschildert. Aber Zefix-steil ist er!!! Wer die Abfahrt kennt kann sich vorstellen was jetzt kommt… In kleinen Schritten bahne ich mir meinen Weg über die Schotterpiste. Ständig rutschen die Füße weg und ich hab gut zu tun nicht doch noch auf dem Hintern zu landen. Irgendwann kommen auch die Lichter von Garmisch Partenkirchen zum Vorschein-weit kann es nicht mehr sein-denke ich… Der Weg zieht sich noch eine ganze Weile unangenehm nach unten aber irgendwann erreiche ich doch den Parkplatz der Kreuzeck- und der Alpspitzbahn-Gott sei Dank!!! Der erste große Stein ist mein und ich muss mich erstmal setzen und ausrasten.

Nach der kurzen Pause folge ich den Bahnschienen in Richtung Hammersbach. Es ist 23:30 Uhr und ich bin inzwischen seit 18 Stunden am Berg unterwegs als ich das Auto erreiche. Fix und fertig ziehe ich die Bergstiefel aus und schlüpfe in die Turnschuhe-eine Wohltat…

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Mein Fazit: Die Alpspitze an einem Tag? Kann man machen-muss man aber nicht. Ich empfehle am Vorabend zum Kreuzeckhaus aufzusteigen und da zu nächtigen. Oder man nutzt doch die Bergbahn. Aber wie sagte Johann Wolfgang von Goethe so schön? „Nur wo du zu Fuß warst, warst du wirklich.“ Die knapp 1900 Höhenmeter erfordern einiges an Kraft und Kondition. Der Aufstieg über die Ferrata ähnelt mehr einer Hühnerleiter als einem Klettersteig. Man muss mehr aufpassen  sich nicht an den Stahlstifen zu verletzen als, dass man sich auf das Gelände konzentrieren muss. Am Gipfel erwartet einen ein traumhaftes Bergpanorama, welches zum verweilen einlädt. Der Abstieg über den Ostgrat erfordert einiges an Trittsicherheit und ist technisch anspruchsvoller als die Ferrata.

Egal wie man den Gipfel erklimmt-es lohnt sich!!!

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Viele Grüße, Maik

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