Bergtour auf das Hochjoch (1823m) am Plansee in Tirol

Die Bergtour auf das Hochjoch (1823m) am Plansee ist ein absoluter Geheimtipp in den Ammergauer Alpen. Oben angekommen, erwartet dich ein einmaliger Blick auf den Tiroler Fjord.

Das Biwakfieber hat uns wieder endgültig gepackt und nach der Bergtour auf den Hirschhörnlkopf haben wir uns für dieses Wochenende die aussichtsreiche Bergtour auf das Hochjoch am Plansee ausgesucht.

Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung ist der kostenpflichtige Parkplatz (3€ pro Tag) am Campingplatz Sennalpe am Plansee (Adresse für´s Navi: Österreich – 6600 Breitenwang – Am Plansee 13)

Aufstieg zum Hochjoch

Nachdem wir unsere Bergstiefel geschnürt und unserer schweren Rucksack geschultert haben, machen wir uns auf den Weg und queren den Campingplatz, bis wir wieder auf die große Straße gelangen. Dieser folgen wir für ca. 5 Minuten in Richtung Deutschland bis uns ein Wegweiser in Richtung Kuhklause / Reutte Links auf den Fahrweg schickt.

Wegweiser in Richtung Soldatenköpfle / Hochjoch sucht man hier vergebens und ohne das passende Kartenmaterial oder GPS ist der weitere Weg nur schwer zu finden. Wir folgen dem Fahrweg für ca. 45 Minuten bis wir an eine kleine Kreuzung mit einer Bank kommen. Unsere Wanderapp zeigt uns, dass wir jetzt Links abbiegen müssen. Es führt nur ein alter und zugewachsener Forstweg in den Wald hinein und bei genauem hinschauen, erkennen wir gerade noch eine rote Wandermarkierung am Baum. Nach gut drei Minuten führt der Weg auf einem kleinen Pfad weiter. Hat man diesen gefunden, steht dem Aufstieg nichts mehr im Weg.

… in vielen Serpentinen den Berg hinauf. Ihr werdet schnell merken, dass dieser Weg nicht oft gegangen wird und ab und an verliert er sich im Nichts bevor er, nach etwas Orientierung, wieder auftaucht. Es geht sanft ca. 400 Höhenmeter nach oben und nur das Laub und einige Wurzeln können bei feuchtem Wetter zu kleinen Hindernissen werden.

… zeigen sich die Geierköpfe und es werden Erinnerungen an die waghalsige Überschreitung der drei Gipfel wieder wach.

Kurve für Kurve geht es weiter dem Ziel entgegen bis wir auf einer kleinen Almwiese ankommen. Der Weg ist hier teilweise verwildert und wir müssen immer wieder auf die App schauen um uns zu orientieren. Da ich letztes Jahr bereits hier oben unterwegs war, kann ich mich noch ungefähr an die Wegführung erinnern und so gelangen wir auf die flache Etappe, welche unterhalb des Soldatenköpfles entlang führt. Eigentlich sollte dies unser erster Gipfel des Tages werden, aber den finalen Aufstieg finden wir heute leider nicht. Auf vielen Karten ist noch die alte Wegführung über den Gipfel eingezeichnet, inzwischen haben sich aber die Latschen ausgebreitet und der Weg existiert nicht mehr.

Das Wetter ist, wie angekündigt, inzwischen umgeschlagen und von dem strahlend blauen Himmel ist nicht mehr viel zu sehen. Gegen 16:00 Uhr soll es eine kurze Gewitterphase geben, also beschließen wir, uns etwas unterhalb des heutigen Zieles niederzulassen und das Schlechtwetterfenster auszusitzen.

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Gipfelzeit am Pitzenegg

 

… und genießen einen schönen Blick auf die Zugspitze. Das angekündigte Gewitter bleibt zum Glück aus und wir machen uns einige Zeit später auf den kurzen Restweg bis zu unserem Biwakplatz.

Unser heutiges Schlafzimmer und Fotospot liegt etwas abseits des Wanderweges. 2017 sind wir aufgebrochen um genau dieses Fleckchen zu suchen-heute wissen wir wo es ist und kommen schließlich an dem tollen Aussichtspunkt an. Der Himmel sieht alles andere als gut aus und von allen Seiten ziehen dunkle Wolken auf. Wir beschließen zu bleiben und suchen uns ein, durch Latschen, geschütztes Plätzchen. Sollte es doch noch regnen, liegen wir wenigsten einigermaßen trocken. Es dauert keine 10 Minuten bis wir die ersten Tropfen abbekommen aber die Laune lassen wir uns nicht verderben. Wir quatschen eine ganze Weile bis der Regen aufhört und ich endlich die Kamera aufbauen kann.

Kaum sind die ersten Bilder im Kasten, donnert es am Horizont und es regnet wieder. Für gut zwei Stunden heißt es jetzt warten und den Himmel beobachten. Wir haben Glück und das Gewitter setzt sich in den Tannheimer Bergen fest. So langsam nähert sich der Sonnenuntergang und am Horizont zeigt sich ein kleines Wolkenfenster. Kommt die Sonne heute nochmal raus?

Binnen Minuten reißt der Himmel auf und der Regen lässt auch nach. Was sich jetzt zeigt, ist einfach nur noch spektakulär.

Der Himmel strahlt im schönsten Orange und malt die Landschaft in ein unglaubliches Licht. Jetzt haben die Kamera und ich Stress. 😉

Dass es immer wieder regnet, merke ich nur an den Tropfen auf dem Verlaufsfilter. Der Regenschauer ist mir bei diesem Anblick aber völlig egal und ich fotografiere mich in einen Rauschzustand. Wenige Minuten später ist das Schauspiel vorbei und wir schauen uns einfach nur noch sprachlos an. Was war das denn bitte?! Völlig begeistert lassen wir die vergangenen Minuten bei einem kühlen Radler und Schnäpschen Revue passieren. Sowas sieht man wirklich nur sehr selten.

… und es wird Zeit sich in den Schlafsack zu verkriechen. Zwar tröpfelt es noch etwas von oben aber im Laufe der Nacht soll das Regenrisiko auf 10 Prozent sinken. Was uns wohl am nächsten Morgen erwartet? Wir werden sehen und sagen erstmal gute Nacht.

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Das benötigst du zum Biwakieren:

Das Abenteuer Biwakieren fesselt mich schon seit Jahren. Eins zu sein mit der Natur und solch beeindruckende Momente zu erleben, kann schnell zur Sucht werden. Aber vor den Preis hat der Herr die Arbeit gestellt und die Schlepperei ist nicht jedermanns Sache. Deutlich bequemer wird der Transport durch einen großen Rucksack. Wir benutzen dazu den 40+10 Liter Rucksack von Deuter (der Rucksack bei Amazon* für Herren und für Damen). Desweiteren haben wir die bequeme Isomatte von Outdoorer.net (Link zu Amazon*) mit dabei. Der wichtigste Bestandteil ist aber der Schlafsack. Schon seit Jahren schwöre ich dabei auf den Vaude Sioux 800 Syn (Link zu Amazon*) Mit seinen 1,5 Kg ist er zwar kein Leichtgewicht aber dafür habe ich auch noch nie gefroren. Desweiteren solltest du, auch im Sommer immer wärmende Wandersachen und eine gute Kondition mit dabei haben. Die zusätzlichen Kilos machen sich schnell und deutlich bemerkbar. Dafür wird man in den Abend- und Morgenstunden mit solch einmaligen Ausblicken belohnt und das Erlebnis wird unvergesslich. Für den Fall, dass es nachts überraschend regnen sollte, empfehle ich dir den Biwaksack von Meru (Link zu Amazon*)

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Der nächste Morgen

Es ist 04:30 Uhr als wir erwachen und am Horizont den ersten Lichtschimmer erblicken. Die Nacht war etwas unruhig und es regnete noch eine ganze Weile, aber Dank der Ausrüstung sind wir trocken geblieben. Jetzt heißt es kurz Zähne zusammenbeißen und den Schlafsack öffnen *brrrrrr-kalt-brrrrr* Zwei Minuten später stecken wir in den warmen Wandersachen und ich stehe wieder am Stativ.

Die Wolken haben sich aufgelockert, die Sonne wirft ihre ersten Strahlen an den Himmel und über dem Tiroler Fjord ziehen kleine Wolken. Die Bedingungen sind perfekt!

Wenige Minuten später überschlagen sich die Ereignisse…

Die Sonne geht leider hinter dem Dunst auf aber einige Minuten später scheinen ihre Sonnenstrahlen auf die Gipfel des Danielkames:

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So ein Glück muss man erstmal haben. Erst der wahnsinnige Sonnenuntergang nach dem Gewitter und am nächsten Morgen die perfekten Bedingungen zum Sonnenaufgang. Glücklich gönnen wir uns einen heißen Kaffee aus unserer Bialetti und ein kleines Frühstück bevor wir unseren …

… wieder räumen und noch einmal gründlich auf eventuelle Reste prüfen. Thema: Haltet unsere Berge sauber!!!

Wir haben alles wieder im Rucksack verstaut und machen uns auf den weiteren Weg zum Hochjoch. Um wieder auf den Weg zu gelangen, müssen wir einige Meter absteigen und verpassen die kleine Latschenlücke hinter der sich der Weg verbirgt. Also heißt es kurz suchen. 😉 Wir werden fündig …

Der kleine Pfad zieht sich an der Bergflanke entlang und ständig sind kleinere Schneefelder (Stand Mai 2018) und Latschen zu überwinden.

Nach ca. 45 Minuten erreichen wir den steilen Gipfelanstieg. Jetzt wird es noch einmal abenteuerlich. Die Latschen erobern sich die Natur zurück und die Nadeln sorgen für eine ordentliche Akkupunktur.

Ständig müssen wir uns neu orientieren und durch die Äste wühlen bis wir das kleine Gipfelkreuz auf dem Hochjoch erreichen.

 Dieses liegt versteckt zwischen den Latschen und mehr als drei Leute haben hier nur schwer Platz. Aber der Berg ist eh nur sehr selten begangen und wir haben, seitdem wir gestern aufgebrochen sind, noch keine Menschenseele getroffen.

Selbstverständlich genießen wir hier noch eine ausgiebige Pause und die tolle Aussicht.

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Nützliches und lesenswertes bei Amazon*

Ammergebirge West, Hochplatte, Kreuzspitze: Wegmarkierung und Skirouten (Alpenvereinskarten)

Tannheimer Tal, Fernpass, Unteres Lechtal, Reutte, Plansee: Nr. 05, Outdoorkarte Österreich

Die schönsten Almwanderungen in Tirol. 101 Ausflugsziele vom Außerfern bis Osttirol

Wandern am Wasser Allgäu mit Kleinwalsertal und Tannheimer Tal: 42 Touren zwischen Oberstaufen und Füssen

Anti-Zeckenspray (ihr werdet später lesen warum)

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Der Abstieg vom Hochjoch zum Plansee

Um auf den weiteren Weg zu gelangen, heißt es wieder einige Meter durch die Latschen absteigen und immer wieder etwas Suchen. Man sollte sich einfach grob in Richtung des gut zu sehenden Bergrückens halten.

Für ca. 30 Minuten folgen wir dem Pfad, welcher uns immer wieder etwas auf- und absteigen lässt, bevor er sich in kleinen Serpentinen den Berg hinunterschlängelt.

Gemütlich geht es Berg ab und wir haben immer wieder einen schönen Blick auf den Plansee und den Heiterwanger See.

… wieder leichter zu finden und hier und da gibt es sogar Wegmarkierungen. 😉 Nach gut zwei Stunden erreichen wir den Campingplatz Seespitze am westlichen Ende des Sees. Selbstverständlich kehren wir hier erstmal ein und lassen uns ein zweites Frühstück am Kiosk schmecken. Während wir mit der Bedienung quatschen, werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass der zurückliegende Abstieg als Zeckenwald bekannt ist und Tatsache-sechs dieser Biester haben sich in unsere Wadeln verbissen. Es lohnt sich also vorzubeugen!!!

Der Rückweg am Plansee

Während Kaffee und Hauswurst denken wir über den Rückweg zum Wanderparkplatz nach. Von hier aus gibt es zwei Möglichkeiten: die erste ist die kürzere Variante und führt über den Panoramaweg am Nordufer (mit Panorama ist allerdings nicht viel und die Straße verläuft wenige Meter unterhalb des Weges) zurück zum Ausgangspunkt. Die zweite Möglichkeit ist der längere aber deutlich schönere Weg im Süden des Sees. Wir wählen die längere Variante und genießen noch einmal die Schönheit des Tiroler Fjords in vollen Zügen.

Mehr über die schöne Wanderung um den See erzähle ich dir in meinem Bericht Wanderung um den Plansee und den Heiterwanger See.

Kurz vor dem Parkplatz haben wir noch einmal einen schönen Blick auf das Hochjoch und können sogar unseren Biwakplatz ausfindig machen.

Als wir wenig später wieder den Parkplatz erreichen, sind wir heilfroh den schweren Rucksack im Kofferraum verstauen zu können und blicken auf ein traumhaftes Abenteuer zurück.

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Die Wanderung bei Komoot:

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Mein Fazit:

Die einsame Bergtour vom Plansee hinauf zum Hochjoch in den Ammergauer Alpen bietet alles, was das Herz des Natur- und Bergfreundes sucht. Der Weg ist, wenn man ihn findet, ohne große technische Hindernisse begehbar und für geübte Berggeher kein Problem. Oben angekommen, erwartet dich ein traumhafter Blick über den See und wilde Natur. Der Weg wurde wohl schon seit Jahren nicht mehr nachgebessert und ist teilweise verwachsen. Wenn man sich ruhig verhält, kann man auch auf einige Gämse hoffen. Auch wir wurden immer wieder von den Vierbeinern angefaucht und hier und da zeigten sie sich auch. Für mich ist diese Wanderung ein absoluter Geheimtipp in dieser Region.

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Hoffentlich konnte ich dir die Bergtour etwas schmackhaft machen und du hast jetzt Lust sie selbst einmal zu gehen?! Wenn ja, freue ich mich auf deinen Kommentar und bin gespannt wie es dir ergeht.

Wir freuen uns auf deine Meinung, Anett & Maik

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