Bergtour auf den Hirschhörnlkopf von Jachenau (inkl. Biwak)

Die leichte Bergtour von Jachenau auf den Hirschhörnlkopf (1515m) führt uns steil dem Gipfel entgegen und nach einem schönen Biwak werden wir am nächsten Morgen mit einem fantastischen Sonnenaufgang belohnt.

Es ist Freitagnachmittag als wir unsere schweren Rucksäcke am Wanderparkplatz in Jachenau packen und uns auf dem Weg zum ersten Biwak des Jahres machen. Ausgesucht haben wir uns dafür den Hirschhörnlkopf in den bayrischen Voralpen.

Aufstieg zum Hirschhörnlkopf

Der Startpunkt unserer heutigen Wanderung ist der kostenpflichtige (2€ pro Tag) Wanderparkplatz in Jachenau (Adresse für´s Navi: 83676 Jachenau – Im Dorf 7).

Die Kühe auf der Weide läuten mit ihren Glocken zum Abschied als wir Jachenau verlassen und vor uns zeigt sich bereits das heutige Ziel, der Hirschhörnlkopf. Leider versteckt sich dieser noch in den Wolken, aber am Abend soll der Himmel wieder aufreißen. Dies stärkt die Hoffnung auf einen farbenfrohen Sonnenuntergang, aber bis dahin ist es noch ein ganzes Stück hin…

Wir folgen dem breiten Fahrweg in den Wald hinein bis uns ein weiterer Wegweiser Rechts abbiegen lässt und der Weg langsam anzieht. Wenig später biegen wir, auf einer kleinen Almwiese, Links ab, hier beginnt der eigentliche Aufstieg. Steil geht es auf dem Fahrweg nach oben und wir kommen, Aufgrund des ca. 15 Kg schweren Gepäcks, das erste Mal ins Schnaufen, mit einem normalen Tagesrucksack ist die Tour deutlich einfacher. Nach ca. 45 Minuten verlassen wir den breiten Weg und gelangen (endlich) auf den kleinen Bergpfad.

In vielen Serpentinen führt er uns, über Stock und Stein, durch den Wald Meter für Meter nach oben. Technische Herausforderungen bietet der idyllische Bergpfad nicht. Lediglich bei feuchtem Boden sollte man auf die Wurzeln achten, diese können sonst zu einer unangenehmen Rutschpartie führen.

An dieser Stelle wird es wieder flacher. Wir wandern gemütlich auf einer Almwiese an der unbewirtschafteten Berghütte vorbei und gelangen zum finalen Gipfelanstieg. Auch die letzten 100 Höhenmeter stellen kein Problem dar und der Weg ist gut begehbar.

Leider ist der Himmel noch wolkenverhangen und von der traumhaften Aussicht auf den Walchensee ist nichts zu erahnen. Es ist ca. 20:00 Uhr als wir das geeignete Plätzchen für unser Biwak suchen und wenig später auch finden. Inzwischen weht ein kühler Wind und wir sind froh die wärmenden Jacken mit im Rucksack zu haben. Kurz bevor wir uns in die wärmenden Schlafsäcke kuscheln, reißt der Himmel ein wenig auf, dies macht Hoffnung auf den nächsten Morgen…

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Der Aufstieg zum Hirschhörnlkopf bei Komoot:

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Sonnenaufgang auf dem Hirschhörnlkopf

Es ist 04:30 Uhr als uns der Wecker aus dem Schlaf schäpert und wir am Horizont das erste Licht des Tages erblicken. Zwar fällt es schwer sich aus dem warmen Schlafsack zu pellen aber nach einem kurzen Zähne bibbern, stecken wir in unseren warmen Klamotten und das Schauspiel kann beginnen.

Der kalte Wind, der zum Sonnenaufgang fast immer aufzieht, fällt uns bei dem Anblick fast gar nicht mehr auf und das sich ständig ändernde Licht lässt das Fotoherz jubeln und den Fernauslöser glühen.

Es ist kurz vor 06:00 Uhr als sich am Horizont der wärmende Feuerball zeigt.

Zwar ist der farbenfrohe Teil jetzt vorbei aber es ist einfach nur traumhaft zu sehen wie die umliegenden Berggipfel von den Sonnenstrahlen angeleuchtet werden.

Dank eines starken Graufilters gelingen mir auch einige Langzeitbelichtungen, diese lassen die Wolkendecke zu einem weichen Wattepausch werden.

Das Licht und die Landschaft verändern sich im Minutentakt.

Als die Sonne gegen 07:30 Uhr endgültig zu hoch am Himmel steht, kommt die Kamera langsam zur Ruhe und wir gönnen uns jetzt endlich einen heißen Kaffee aus unserer Bialetti.

Wir blicken zurück auf viele schöne Bergtouren und entdecken neue Ziele bis wir uns dann irgendwann doch aufraffen, vor uns liegt noch ein langer Weg…

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Das benötigst du zum Biwakieren:

Das Abenteuer Biwakieren fesselt mich schon seit Jahren. Eins zu sein mit der Natur und solch beeindruckende Momente zu erleben, kann schnell zur Sucht werden. Aber vor den Preis hat der Herr die Arbeit gestellt und die Schlepperei ist nicht jedermanns Sache. Deutlich bequemer wird der Transport durch einen großen Rucksack. Wir benutzen dazu den 40+10 Liter Rucksack von Deuter (der Rucksack bei Amazon* für Herren und für Damen). Desweiteren haben wir die bequeme Isomatte von Outdoorer.net (Link zu Amazon*) mit dabei. Der wichtigste Bestandteil ist aber der Schlafsack. Schon seit Jahren schwöre ich dabei auf den Vaude Sioux 800 Syn (Link zu Amazon*) Mit seinen 1,5 Kg ist er zwar kein Leichtgewicht aber dafür habe ich auch noch nie gefroren. Desweiteren solltest du, auch im Sommer immer wärmende Wandersachen und eine gute Kondition mit dabei haben. Die zusätzlichen Kilos machen sich schnell und deutlich bemerkbar. Dafür wird man in den Abend- und Morgenstunden mit solch einmaligen Ausblicken belohnt und das Erlebnis wird unvergesslich. Für den Fall, dass es nachts überraschend regnen sollte, empfehle ich dir den Biwaksack von Meru (Link zu Amazon*)

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Der Abstieg über die Kot-Alm und die Rappinschlucht nach Jachenau

Bevor wir unseren Schlafplatz verlassen, kontrollieren wir noch einmal genau ob wir nicht irgendwas liegen gelassen haben. Nicht des Vergessens halber sondern wegen der Sauberkeit in den Bergen.  Jedes noch so kleine Plastikstückchen oder Zigarettenstummel schadet unserer geliebten Bergwelt und der nächste Bergfreund möchte dieses Fleckchen Erde genauso naturbelassen kennenlernen wie wir.

Wir haben alles eingepackt und machen uns an den Abstieg.

… bis uns der Wegweiser kurz vor der Hütte Rechts in Richtung Kochel am See schickt und unser Weg wieder …

Der Weg verläuft sanft abfallend und ist gut erkennbar. Für ca. 1 Stunde geht es für uns jetzt durch die Wald bis wir …

… erblicken und uns an der unbewirtschafteten Alm ein kleines Päuschen gönnen.

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Wer möchte kann bereits hier dem breiten Fahrweg den Berg hinunter folgen um wieder nach Jachenau zu gelangen. Wir haben uns für die heutige Wanderung jedoch die etwas längere Version ausgesucht und folgen dem Weg noch ein wenig Bergauf.

Der Weg bleibt weiterhin einfach und bis auf wenige Meter im Aufstieg, führt er eben bis sanft abfallend auf Wald- und Fahrwegen weiter.

Ein herrliches Fleckchen und weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Klar, dass wir hier noch einmal eine Pause einlegen und die Sonne genießen bevor wir uns auf den Weg zum nächsten Ziel unserer Wanderung machen.

Hier wird der Weg etwas anspruchsvoller. Der kleine Pfad zieht sich am steil abfallenden Berghang entlang. Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit sollte man hier schon haben. Dafür wird man mit beeindruckenden Blick in die Rappinschlucht und die Gumpen belohnt.

Als wir später wieder auf den großen Fahrweg treffen, weißt uns der Wegweiser zum letzten Highlight unserer ca. 20 Kilometer langen Tour, dem Jachenauer Wasserfall. Um dahin zu gelangen, nehmen wir gern den zwanzigminütigen Umweg in Kauf und gelangen zu einem traumhaften Fleckchen.

Schnell landen die Bergstiefel auf den Steinen und die Füße im kühlen Nass des Wassers. Während das Wasser im Hintergrund rauscht, lassen wir es uns noch einmal richtig gut gehen und blicken auf die Erlebnisse des Tages zurück. Es ist unglaublich, wir haben es kurz nach 12:00 Uhr und schon so viele schöne Dinge gesehen…

Auf dem Rückweg nach Jachenau ist später deutlich mehr los. Der Wasserfall ist ein gern besuchtes Wanderziel und so treffen wir jetzt auf viele Bergfreunde, während wir für die nächsten 1,5 Stunden …

… zurück zum Wanderparkplatz spazieren. Als wir da ankommen, sind wir doch recht froh die schweren Rucksäcke in den Kofferraum packen zu können und im Schützenhaus auf ein kühles Radler einzukehren. 😉

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Der Abstieg über die Rappinschlucht bei Komoot:

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Mein Fazit:

Die Bergtour von Jachenau hinauf zum Hirschhörnlkopf ist eine herrliche Wanderung wenn man möglichst viel sehen möchte. Zwar ist der Anstieg teilweise etwas steil aber oben angekommen, wartet dafür ein herrlicher Blick auf die bayrische Karibik, den Walchensee. Wer dann gern eine Rundtour gehen möchte dem empfehlen wir die lange Variante über die Kot-Alm zur Rappin-Alm und durch die Rappinschlucht. Der Weg ist, bis auf die Schlucht, ohne große Herausforderungen begehbar. Wer dann noch nicht genug hat, kann sich, wie wir, noch am Jachenauer Wasserfall abkühlen bevor es wieder zurück nach Jachenau geht. Definitiv ist diese Wanderung ein Highlight in den bayrischen Voralpen.

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Ich hoffe, wir konnten euch etwas Lust auf diese Gegend machen. Wenn ja, dann hinterlasst doch gern einen Kommentar und erzählt von euren Erfahrungen, wir freuen uns darauf!

Jetzt, gut eine Woche nach der Tour, ist der leichte Muskelkater wieder verschwunden und morgen wartet ein neues Bergabenteuer auf uns. Seid gespannt wo es dieses mal  hingeht und schaut doch bald wieder rein.

Viele Grüße, Anett & Maik

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