Sulden – Almauftrieb mit Reinhold Messner und mein erster Dreitausender

„Treiben Sie gemeinsam mit Reinhold Messner die Yaks auf das Madritschjoch (3123m)“ So stand es in der Pressemitteilung, welcher ich gern folgte.

Jedes Jahr treibt Reinhold Messner seine Yaks in das Gebiet der Ortlergruppe. Dieses Ereignis zieht nicht nur die Presse sondern auch mich nach Sulden.

Als ich die Pressemitteilung, bezüglich des Almauftriebs, gelesen habe stand meine Entscheidung schnell fest. Zu der Zeit habe ich Urlaub-das schaue ich mir an. Gemeinsam mit meiner Uraltfreundin Josy mache ich mich bereits am Vortag auf den Weg von München nach Sulden um das Spektakel mit Reinhold Messner nicht zu verpassen. Am ersten Tag erkunden wir, bei einer ersten kleinen Tour zur Düsseldorfer Hütte, die Gegend und schauen uns ein wenig um. Das Highlight unseres Kurzurlaubes wartet aber am zweiten Tag:

Almauftrieb der Yaks mit Reinhold Messner

Wer den Bergsteiger und Bergbauern Reinhold Messner kennt weiß sicherlich um seine Verbundenheit zum Himalaya. Vor einigen Jahren siedelte er eine kleine Herde Yaks in Sulden am Ortler an. Während des Winters, welcher hier ca. 9 Monate lang sein kann, befinden sich diese zotteligen Tiere am Messner Mountain Museum Ortles. In den kurzen Sommermonaten sind die Yaks freilaufend in der Gletscher- und Bergwelt rund um den Ortler anzutreffen.

Kurz nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zur Talstation der Seilbahn in Sulden. Der offizielle Start ist für 08:30 Uhr angesetzt. Bereits von weitem hören wir den Tumult der Menschenmassen-das kann ja was werden… Als wir am Treffpunkt ankommen zeigt sich das ganze Ausmaß. Presse, Kamerateams und hunderte Besucher drängen sich rund um die kleine Wiese und versuchen die besten Plätze zu erhaschen. Als wenige Minuten später Hr. Messner und die Yaks auf der Wiese erscheinen haben die Ordner jede Menge zu tun. Die Gäste versuchen von allen Seiten so nah wie möglich an den Extrembergsteiger und die Tiere zu kommen. Nach einigen forschen Worten der Ordner findet die Masse dann doch endlich ein wenig Ruhe und die Yaks können friedlich weiden.

Nach der kleinen Pause setzt sich dann der Zug in Gang. Auf dem breiten Fahrweg führen die Yaks die Karawane an, gefolgt von Hr. Messner und den Ordnern, welche den Weg in voller Breite absperren. Dahinter folgen die Besucher…

Wir halten uns bewusst etwas Abseits von der Masse und schauen uns das Durcheinander kopfschüttelnd an. Das ringen nach der besten Sicht geht weiter. In manchen Serpentinen verlassen einige Mitwanderer den Weg um über die steilen Hänge nach oben zu kraxeln. Die Hoffnung einige Meter nach vorn zu kommen scheitert kläglich. 🙂

Der Fahrweg zieht sich in vielen Serpentinen steil nach oben. Je höher wir kommen desto ruhiger wird es. Die Anstrengungen des Aufstieges lässt einige Wanderer zurückfallen. Inzwischen ist es fast schon still geworden und wir können die Ausblicke auf die umliegende Bergwelt genießen.

Nach gut einer Stunde nähern wir uns der Mittelstation der Seilbahn. Bereits von weitem sehen wir das jetzt wohl eine kleine Pause ansteht. Die Yaks wurden auf eine kleine Wiese getrieben und die Gäste nutzen die Pause ebenfalls für eine Erfrischung.

Als ich einige Fotos auf der Speicherkarte habe und es nach einer längen Pause aussieht beschließen wir uns bereits jetzt auf den weiteren Weg zu machen um später noch einige Fotos von vorn schießen zu können. Während eifrig Autogramme geschrieben werden packen wir unsere Sachen zusammen und machen uns auf den Weg zur Bergstation.

Von jetzt an sind wir fast allein unterwegs. Nur wenige Wanderer verlassen den Auflauf mit uns. Natürlich bleiben kleine Smalltalks nicht aus und wir werten die letzte Stunde mit unseren Begleitern aus. Zu unserer Überraschung erfahren wir, dass der Almauftrieb an der Mittelstation endet und die Yaks sich von hier an allein ihren Weg in die Berge suchen. Okay?! Dann wird es wohl nichts mit den Fotos von vorn. 😉 Aber wir haben eh noch ein zweites Ziel an diesem Tage.

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Die hintere Schöntaufspitze (3325m) – mein erster Dreitausender

Die hintere Schöntaufspitze gilt als leichtester Dreitausender Südtirols und kann ohne Gletscherberührung begangen werden.

Wir folgen dem Fahrweg hinauf zur Bergstation. Der Aufstieg stellt keine große Herausforderung dar und wir können die einmalige Aussicht auf Königsspitze, Zebru und Ortler genießen.

An der alten Berghütte gibt es dann noch ein kleines tierisches Motiv.

Das kleine liebevolle Fellmonster hat es sich in der Sonne gemütlich gemacht und lässt es sich gutgehen.

Auch wir kehren wenige Minuten später in das Panoramarestaurant an der Bergstation ein um uns ein Bierchen zu gönnen. Hier geht es relativ nobel zu und solch mancher Bahntourist erinnert mehr an einen Laufsteg als an einen Wanderfreund. Genießen können wir das kühle Hopfengold trotzdem und nach den zurückgelegten 700 Höhenmetern schmeckt es besonders gut. 😉

Bevor wir uns auf den weiteren Weg zur Madritschhütte (2817m) werfen wir noch einen kleinen Blick auf die Wanderkarte. Der weitere Weg verändert sich kaum. Der Fahrweg begleitet uns die kommenden 250 Höhenmeter nach oben. Kurz vor der Hütte erreichen wir auch die Schneegrenze und ein kleiner Wegweiser schickt uns direkt in das Schneefeld hinein. Von nun an heißt es vorsichtig gehen und die Schritte behutsam setzen. Trotz aller Vorsicht brechen wir immer wieder knietief in den Schnee ein.

Die Steigung hält sich in Grenzen. Der Weg führt uns angenehm ansteigend nach oben und je höher wir kommen desto trittfester wird die Schneedecke.

Kurz vor dem Madritschjoch (3123m) weicht der Schnee dem felsigen Untergrund und wir können wieder ungehindert treten. Hier verlasse ich meine Begleitung für eine Weile und steige die restlichen 200 Höhenmeter allein hinauf zum Gipfel. Der Weg führt mich auf einem kleinen Pfad über lose Gesteinsplatten und spitze Steine hinauf zum Ziel.

 Völlig fasziniert von dieser Welt aus Schnee und Eis vergesse ich die Zeit und kann mich kaum sattsehen. Dazu noch das Wissen, dass ich die 3000er Grenze hinter mir gelassen haben. Es ist wohl einer dieser Augenblicke die man sein ganzes Leben nicht vergisst. Wäre ich allein gewesen würde ich wohl jetzt noch da oben verweilen. 😉

Der Abstieg nach Sulden

Da Josy am Joch auf mich wartet beschließe ich mich doch wieder an den Abstieg zu machen und sie nicht all zu lang warten zu lassen. Ich folge dem Aufstiegsweg zurück bis ich wieder ans Madritschjoch gelange.

Nach einer kurzen gemeinsamen Brotzeit und der dazugehörigen Pause rutschen und schlittern wir quietschvergnügt über das Schneefeld nach unter bis wir uns an der Madritschhütte noch ein Bierchen gönnen. 🙂

Eigentlich erwartet uns jetzt nur noch trister Fahrweg-denken wir. Die letzte Bergbahn ist inzwischen schon ins Tal gefahren und am Berg kehrt wieder Ruhe ein.

Nach einer Kurve erwartet uns der Glücksfall. die Yaks haben inzwischen ihren Weg in die Berge gefunden und weiden friedlich auf einer kleinen Wiese etwas Abseits des Weges. Am Morgen war nicht an Fotos zu denken-doch jetzt kann ich es mir in aller Gemütlichkeit bequem machen und die zotteligen Tiere mit dem Teleobjektiv fokussieren.

Wir sitzen eine ganze Weile herum und bestaunen diese gutmütigen Tiere. Inzwischen ist es Abend geworden und wir beschließen den restlichen Abstieg hinter uns zu bringen.

Irgendwann erreichen wir Sulden und lassen den Tag beim auslaufen noch einmal Revue passieren…

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Mein Fazit:

Almauftrieb mit Reinhold Messner:

Definitiv ist der Auftrieb der Yaks ein touristisches Highlight im Sommerkalender von Sulden. Wie lang es ihn noch geben wird ist allerdings fraglich. Aufgrund der wachsenden Besucherzahl wird es immer schwerer die Menschenmassen unter Kontrolle zu halten. Für die Vierbeiner ist dieses Event ebenfalls der reinste Stress. Ich muss sagen-ich war dabei und habe es mir angeschaut. Wer in Hr. Messner ein Idol oder ähnliches sieht hat hier die Chance ihm etwas näher zu kommen.

Übrigens: Einen Almabtrieb gibt es hier nicht. Wenn Winter und Schnee kommen gehen die Yaks von ganz allein zurück ins Tal. Hier werden Sie dann eingesammelt und zurück zur Winterweide am MMM Ortles geführt.

Die Wanderung zur hinteren Schöntaufspitze:

Die gut 1700 Höhenmeter hohe Wanderung führt durch eine traumhafte Landschaft. Der Wanderweg ist geprägt von den Ausblicken zur Königsspitze, Zebru und Ortler. Es ist wohl eines der schönsten Panoramen meiner Wandergeschichte. Aus technischer Sicht ist der Aufstieg von Sulden eher fad. Den Großteil der Wanderung folgt man einem breiten Fahrweg und im Hochsommer kann man wohl sogar mit dem Mountainbike bis an das Madritschjoch radeln. Der finale Gipfelaufstieg erfordert etwas Trittsicherheit. Wohl aus diesem Grunde wird der Gipfel als leichtester Dreitausender Südtirols bezeichnet.

Unterschätzen sollte man die Tour jedoch trotzdem nicht. Sie verlangt einiges an Ausdauer und Kondition ab.

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Wenn auch die mal den Weg auf diesen traumhaften Aussichtsgipfel gehen magst findest du hier die passende Wanderkarte*:

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Ich hoffe euch hat mein kleiner Bericht gefallen?! Wenn ja hinterlasst doch einfach einen Kommentar. 😉

Viele Grüße und bis zur nächsten Tour, Maik

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