Wandern – Garmisch Partenkirchen-Höllentalklamm-Rinderscharte-Alpspix

Die Wanderung von Garmisch Partenkirchen durch die Höllentalklamm hinauf zur Rinderscharte und weiter zum Alpspix verspricht eine abwechslungsreiche Tour mit spektakulären Ausblicken.

Hier fing im Juli 2012 alles an. Gemeinsam mit meinen lieben Eltern brach ich an einem regnerischen Tag in die mir, bis dato, fast unbekannte Bergwelt auf. Ein Tag mit Folgen. Völlig beeindruckt von der Kulisse der Höllentalklamm und dem Tiefblick von der Rinderscharte ins Höllental wurde mein Leben auf den Kopf gestellt. Von diesem an Tag haben mich die Eindrücke nicht mehr losgelassen. Heute ist es an der Zeit zurückzukehren…

Es ist vier Uhr am Morgen als wir vom Wecker aus dem Schlaf gerissen werden. Vor uns liegt das malerische Panorama des Geroldsees und das erste Licht des Tages leuchtet über die Berge. (Link zum Bericht: Eine Nacht am Geroldsee) Nachdem die morgendliche Stimmung auf die Speicherkarte gebannt wurde machen wir uns doch einige Sorgen um das Wetter. Über der Zugspitze hängen bereits die ersten bedrohlich dunklen Wolken und Wetterapp verspricht Regen, Regen und nochmals Regen. So richtig wollen wir uns nicht damit abfinden, dass wir die geplante Tour buchstäblich ins Wasser fallen lassen sollen. Also entscheiden wir uns erstmal für ein Frühstück in GaP. Noch während des Essens fällt die Entscheidung-in der Höllentalklamm werden wir eh nass und die Regensachen haben wir dabei. Also auf nach Hammersbach…

Der Wanderparkplatz befindet sich am Ortsausgang und wir können unser Auto für 3€ 12 Stunden parken. Schnell noch den Rucksack regensicher gemacht und schon beginnt unsere Wanderung.

Wir folgen im leichten Regen der Straße in Richtung Höllentalklamm. Kurz hinter der kleinen Brücke weißt uns der Wegweiser der weiteren Weg.

Von nun an verlassen wir die Zivilisation und unser Fahrweg führt uns anfänglich gemütlich ansteigend in den Wald hinein.

Gut eine halbe Stunde zieht sich der Weg mal steiler-mal flacher durch den Wald hindurch, bis er schließlich zum Pfad und wieder steiler wird. Bereits jetzt gibt es die ersten schönen Aussichten zu bestaunen.

Nun sind es nur noch wenige Meter zum Eingang der Klamm.

Die Höllentalklamm

An der Eingangshütte sind pro Erwachsenen 4€ oder für DAV-Mitglieder 1€ zu entrichten (Stand 06/2016). Hat man dieses getan wird man gleich wenige Meter später mit grandiosen Eindrücken entschädigt.

Kleine Stege, Brücken und Tunnel führen einen durch dieses Naturschauspiel. Wir können uns kaum sattsehen.

Immer wieder bestaunen wir die Kraft des Wassers und bewundern was Mutter Natur hier erschaffen hat.

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Info: Auch bei schönstem Sommerwetter sollte man hier Regen- und wärmende Kleidung dabei haben. Immer wieder tropft das Wasser von oben auf einen herab und sorgt für eine mehr oder wenige angenehme Abkühlung.

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Für die rund 700 Meter lange Klamm lassen wir uns natürlich jede Menge Zeit um alles in Ruhe zu genießen.

Am Ausgang der Höllentalkamm öffnet sich das Tal ein wenig und der Weg wird wieder etwas breiter.

Nun führen uns einige Stufen hinauf zu unserem nächsten Etappenziel.

Die Höllentalangerhütte (1387m)

1893 wurde hier die erste Hütte errichtet und immer wieder erneuert. 2013 wurde diese dann abgerissen und schon Zwei Jahre später wurde die neue Höllentalangerhütte eröffnet.

Da das Wetter gerade etwas schlechter wird beschließen wir hier eine kleine Pause einzulegen.

Nun mag man denken was man will-solch ein neuer Prunkbau mitten in den Bergen? Zugegeben mir hat es damals schon einen kleinen Stich ins Herz gegeben als ich den Abriss der urigen Berghütte beobachtet habe. Aber ich muss zugeben, die Integrierung der neuen Hütte in die Landschaft ist gut gelungen. Natürlich wollen wir sie auch von innen begutachten. Das Personal ist überaus freundlich und macht uns direkt auf den Trockenraum aufmerksam-diesen nutzen wir natürlich nur zu gern. Im inneren wirkt die Hütte auf den ersten Blick etwas steril aber Dank der Holzmöbel kommt bald ein gemütliches Feeling auf. Auch die Preise sind recht angenehm. Wir lassen uns das Radler (0,5 Liter für 4,50€) und die Erbsensuppe mit Würstchen (5,80€) schmecken und wärmen uns erstmal wieder richtig auf.

Mein Fazit: Tolle Hütte, nettes Personal und leckeres Essen! Neueröffnung gelungen. 😉

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Nachdem wir wieder gesättigt und aufgewärmt sind bessert sich auch das Wetter und wir brechen auf zu unserem nächsten Ziel.

Auf zur Rinderscharte:

Direkt hinter der Hütte weißt uns ein Wegweiser den weiteren Weg.

Die Tour mit einem blauen Punkt (leichte Wanderung) zu kennzeichnen finden wir etwas suspekt. Aufgrund der Länge und der benötigten Kondition wäre (in unseren Augen) eine rote Kennzeichnung treffender.

Der weitere Weg führt anfangs angenehm ansteigend hinter der Hütte entlang und man hat genügend Zeit die ausgeruhten Muskeln wieder warm zu laufen. Bereits wenige Meter später öffnet sich ein traumhafter Blick ins Höllental.

Von hier führt der schmale Pfad einen direkt am Abgrund entlang. Einige Stellen sind mit Drahtseilen versichert aber mit ein wenig Trittsicherheit lässt sich der Weg gut meistern.

Nach gut 30 Minuten erreichen wir eine kleine Gabelung. Hier hat man die Möglichkeit Links den flachen Weg über die Knappenhäuser hinüber zum Kreuzeckahaus zu folgen oder, wie wir, Rechts den steilen Anstieg hinauf zur Rinderscharte zu wählen.

Gleich zu Beginn warten einige steile Stufen auf uns, welche uns gut zum schwitzen bringen. Hat man diese geschafft führt einen der Weg durch Latschenkiefern…

…bis auch diese langsam verschwinden und man ins freie Gelände gelangt.

Jetzt führt der Weg in steinigen Serpentinen und einigen Treppen steil hinauf. Auch hier lässt uns das Wetter nicht im Stich. Zwar tröpfelt es ab uns an leicht vom Himmel aber die atemberaubende Aussicht und die fantastischen Wolkenspiele lassen uns das kalte Nass und die Anstrengungen völlig vergessen.

Geschafft!!! Nachdem die letzten stufigen Höhenmeter einiges an Kraft gefordert haben stehen wir an der Rinderscharte. Da wir das Wetter und die Aussicht bei einer zünftigen Brotzeit genießen wollen klettern wir noch einige Meter hinauf zum Bergwachtgipfel wo wir es uns bequem machen.

Wir lassen es uns hier so richtig gutgehen, genießen die Aussicht und verfolgen mit unseren Blicken die Wanderer auf ihrem Weg auf den Osterfelder Kopf. Wir sind uns sicher-in den nächsten Wochen wird uns unser Weg auch auf diesen Gipfel führen.

Irgendwann kommt er doch, der Regen und so steigen wir zur Bergstation der Alpspitzbahn hinunter. Natürlich nur um uns bei einem Tee aufzuwärmen. Wir haben noch nicht einmal ausgetrunken da ist der Regenschauer auch schon vorüber und wir gehen wenige Meter zurück um die Aussicht vom Alpspix zu genießen.

Das Alpspix

Gut 25 Meter ragen die X-förmigen Aussichtsplattformen über den Bergrand hinaus und verschaffen dem Besucher grandiose Tiefblicke und atemberaubende Aussichten ins Höllental. Der Besuch ist (!ACHTUNG!) kostenfrei.

Nachdem wir uns sattgesehen haben machen wir uns an den Abstieg. Natürlich lassen wir die Bahn Links liegen und folgen den Wegweisern in Richtung Kreuzeckhaus. Unser Weg führt uns über den letzten Altschnee und neblige Pfade.

… hinein in den Regen. Nun erwischt es uns doch. Gut eine halbe Stunde prasselt der Regen auf uns hernieder und der Wind bläst uns die Tropfen ins Gesicht. Aber wir wären nicht wir wenn wir uns dadurch die Laune vermiesen lassen würden. Im Rucksack haben wir genügend Wechselkleidung und so geht es mit bester Laune dem Kreuzeckhaus entgegen.

Kurz vor der Hütte folgen dem unteren Weg zum Sessellift in Richtung Jägersteig.

Hier sollte man etwas aufmerksam sein. Wählt man den oberen Weg gelangt man über die Knappenhäuser wieder zurück zum Höllentalangerhütte (ich spreche aus Erfahrung ;-))

Der Jägersteig führt einen in steilen Serpentinen in gut 2 Stunden wieder hinunter nach Hammersbach. Inzwischen hat es auch wieder aufgehört zu regnen und Dank der Wechselkleidung können wir vergnügt absteigen und die letzten Aussichten genießen.

Die letzten Höhenmeter haben es, Dank eines ausgewaschenen und steilen Weges, noch einmal in sich und der Matsch macht es auch nicht einfacher. Aber auch diese Passage meistern wir und erreichen, nach gut 10 Stunden, wieder unser Auto.

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Mein Fazit: Die Tour über die Höllentalklamm hinauf zur Rinderscharte ist mehr als lohnenswert. Die Klamm besticht durch eine unwirkliche Naturgewalt und beim Aufstieg zur Scharte kann man sich kaum sattsehen. Das Alpspix rundet das Bergerlebnis ab und verspricht noch einmal einen leichten Adrenalinkitzen und beeindruckende Aussichten. Aufgrund der Länge der Tour sollte man einiges an Kondition und festes Schuhwerk mitbringen. Wer sich den Abstieg ersparen möchte kann auch für einen teuren Preis mit der Seilbahn zurück ins Tal fahren-hierzu solltet ihr vorher die Betriebszeiten prüfen.

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Es war nun das dritte Mal, dass ich diese Tour gegangen bin und werde definitiv wieder zurückkehren. Hier hat für mich 2012 alles angefangen und diese Wanderung wird immer einen besonderen Stellenwert für mich haben.

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Wenn auch ihr mal diese mehr als lohnenswerte Tour gehen wollt findet ihr hier die passende Wanderkarte:*

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Auch wenn wir jetzt schon 14 Stunden auf den Beinen sind ist unser erlebnisreicher Tag noch nicht zu Ende. Auf der Rückfahrt nach München gibt es ein fantastisches Wolkenspektakel zu bewundern. Klar, dass wir noch einen Zwischenstop einlegen.

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Sonnenuntergang am Starnberger See

Da wir beide schon gut müde sind entscheiden wir uns ein altbekanntes Model zu besuchen. Die Wolken tümmeln sich am Himmel und das Licht ändert sich fast minütlich. Aber schaut selbst:

Als das letzte Licht erloschen ist machen wir uns auf den restlichen Heimweg und sind heilfroh als wir gegen 22:00 Uhr das Auto parken können. Nun heißt es erstmal ausschlafen und regenerieren…

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Also, bis zum nächsten Abenteuer. Viele Grüße, Maik

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