Wanderung über das Wolkenmeer vom Walchensee

Eine Wanderung durch die Wolken hinauf zum Gipfel des Herzogstandes. Oben angekommen schaue ich über das Wolkenmeer vom Walchensee.

Lang habe ich auf so eine Tour warten müssen. Aber heute spielt das Wetter mit und ich stehe am Gipfel des Herzogstandes und blicke auf das Wolkenmeer über dem Walchensee.

Es ist Samstagmorgen 06:00 Uhr als ich die Augen das erste Mal aufmache. Eigentlich wollte ich nach der anstrengenden Woche einfach in Ruhe ausschlafen. Der Blick auf das Dachfenster verspricht nichts Gutes… Dicke Regentropfen ziehen ihre Bahn… Eigentlich spricht alles dafür sich noch einmal die Decke über den Kopf zu ziehen und weiter zu schlafen, aber irgendwas lässt mich nicht zur Ruhe kommen. Naja, schauen wir mal auf die Webcam vom Walchensee…

So, jetzt bin ich endgültig hellwach!

Schnell packe ich meine Wander- und Fotosachen zusammen, esse noch ein Brot und mache mich auf an den Walchensee.

Am Parkplatz, in den Serpentinen der Kesselbergstraße (GPS Daten für Navi: 47° 37`13,79″N – 11° 20` 56,52″ E), ist fast nicht los und ich finde noch einen kostenlosen Parkplatz. Jetzt nur noch schnell die Bergstiefel schnüren und schon kann es losgehen.

Mein Weg führt mich einige Meter hinauf zum Pass der Kesselbergstraße und von da an auf dem breiten Fahrweg links in den Wald hinein.

… führen mich sanft ansteigend die ersten Höhenmeter hinauf.

Der Fahrweg ist jetzt sicherlich nicht die schönste Variante um auf den Gipfel zu kommen aber da ich mir die Option offen halte bis zum Sonnenuntergang zu bleiben wähle ich heute diesen Weg. Im dunkeln kommt man so sicherer vom Berg wieder zurück zum Parkplatz.

Der Weg schlängelt sich immer weiter in den Wald hinein und ist, bis auf zwei steile Abschnitte, relativ unspektakulär.

Der Nebel malt den herbstlichen Wald in ein mystisches Licht. Dieser Anblick lenkt von dem sonst so recht faden Weg ab.

Weiter geht es über einige Serpentinen bis ich endlich freies Gelände erreiche und die dicke Wolkendecke über mir langsam aufreißt.

Jetzt sind es nur noch wenige Höhenmeter bis ich am Herzogstandhaus, welches noch bis einschließlich 25.12.2016 geschlossen hat, ankomme.

Gut 90 Minuten habe ich bis hier her gebraucht-Zeit für eine kleine Fotopause:

Die ersten Bilder sind im Kasten und ich mache mich auf den weiteren Weg. Das Herzogstandhaus lasse ich links liegen und folge für einige Meter dem breiten Wanderweg bis ich zum…

… abbiege. Die nächsten Minuten folge ich…

Der 10-minütige Umweg lohnt sich! Die meisten Besucher wandern direkt zum benachbarten Herzogstand. Hier oben hat man oft seine Ruhe und auch ich kann heute die Gipfelzeit allein genießen.

Vor mir liegt das Wolkenmeer aus welchem die Berggipfel ragen und die Sonne scheint warm auf mich herunter. Bei dieser Kulisse lasse ich mir die mitgebrachte Brotzeit so richtig schmecken und genieße die Aussicht in vollen Zügen…

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Wissens- und sehenswertes*:

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Nach der genüsslichen Pause wandere ich den kleinen Steig wieder hinunter auf den breiten Wanderweg und mache mich nun auf den Weg zum Herzogstand.

Während sich im Sommer die Besucher wie Lemminge die Serpentinen hinaufschleppen herrscht heute eine herrliche Ruhe auf einem der schönsten Berge in den bayrischen Voralpen. Die Bergbahn hält gerade Winterschlaf und nur wenige Wanderfreunde sind dem Ruf der Webcam gefolgt.

In aller Ruhe geht es gemütlich weiter und schon bald wird der Weg zum felsigen Pfad.

Die Serpentinen sind technisch anspruchslos und für Wanderer ohne Probleme machbar. Im Sommer habe ich sogar schon den einen oder anderen Kinderwagen hier getroffen. Dafür ist der Weg allerdings nicht gemacht. 😉

Schnell komme ich heute nicht voran. Immer wieder lohnt es sich die Kamera auszupacken.

Ganz ablenken lasse ich mich aber nicht…

Gut 45 Minuten sind vergangen seitdem ich am Martinskopf los bin als ich an der kleinen Gipfelhütte ankomme. Erstmal durchatmen und das Panorama genießen…

Was für eine einmalige Aussicht. Man kann sich kaum satt sehen… Nach den zurückliegenden grauen Tagen tut die Sonne einfach nur gut und mit dem Wissen einen ganz besonderen Moment erleben zu dürfen greife ich…natürlich zur Kamera. 😉

Wie lang ich hier oben stehe, fotografiere und genieße kann ich euch gar nicht sagen. Die Zeit fliegt an mir vorbei und ich schalte völlig ab.

Lediglich der Nebel zeigt mir, dass es später wird. Lag der Gratweg gerade eben noch im freien wird er nun von den Wolken fast eingeschlossen.

Schon wenige Minuten später ist vom benachbarten Gipfel nichts mehr zu sehen. Der Nebel ist zu uns herauf gezogen. Zwar gibt es immer wieder größere Lücken aber den Sonnenuntergang kann ich vergessen.

Ist dies der Punkt wo ich enttäuscht sein sollte? NEIN!!! Ich habe ein fantastisches Bergerlebnis und einige Sonnenstunden hinter mir. Wenn ich an den Morgen und die dicken Regentropfen zurückdenke fällt mir nur ein Fazit ein: alles richtig gemacht!

Glücklich packe ich meine sieben Sachen wieder zusammen und mache mich auf den Rückweg…

Der Weg führt mich die Serpentinen und den breiten Wanderweg wieder hinunter bis ich kurz hinter dem Herzogstandhaus endgültig…

Der sonst so fade Fahrweg wird nun nahezu spannend. Die Sicht beträgt kaum 10 Meter und immer wieder tauchen plötzlich gespenstisch wirkende Baumsilhouetten vor mir auf.

Zurück im Wald höre ich nur das leise tropfen des Regens auf den Blättern. Eine einzigartige Stimmung liegt zwischen den Bäumen und ich schwärme schon vom Märchenwald.

 Bevor die Hexe Baba Jaga im Nebel auftaucht erreiche ich überglücklich den Parkplatz. Besser hätte der Tag nicht laufen können.

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Mein Fazit:

Die Tour auf den Herzogstand ist jedes Mal ein Highlight in der Wandersaison. Wie oft ich jetzt schon da oben stand kann ich schon gar nicht mehr sagen. Die Wanderung von der Kesselbergstraße über den Fahrweg ist zwar nicht die spannendste Variante aber der Wald entschuldigt den monotonen Weg. Für ungeübte Wanderer bietet er den sichersten und einfachsten Aufstieg. Aber Achtung! Wenn man mit der Bahn wieder zurück ins Tal gondeln möchte sollte man sich auf einen langen Rückweg zum Parkplatz gefasst machen. Die Talstation liegt ganz woanders und man muss gut eine quälende Stunde an der Straße zurücklaufen.

Mein Fazit zum Tag:

Eigentlich hätte ich im Bett bleiben sollen! Die Regentropfen versprachen nun wirklich keinen schönen Wandertag. Aber manchmal lohnt es sich eben über den Tellerrand hinauszuschauen. Ich hätte morgens nie gedacht, dass ich am Abend mit solch beeindruckenden Erinnerungen und Bildern zurückkehre. Einfach mal den Arsch hochkriegen und rausgehen. Manchmal erlebt man so Dinge von denen man es nie gedacht hätte. Wäre ich den Tag in München geblieben hätte ich einen weiteren grauen Tag erlebt… Also Freunde,  auf geht´s!

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Ich hoffe dir hat der Bericht gefallen und er hat dir Lust gemacht auch an scheinbar grauen Tagen das Erlebnis zu suchen?! Wenn ja hinterlasse doch einfach einen Kommentar.

Viele Grüße und bis zum nächsten Abenteuer, Maik

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