Wanderung – Von Leutasch auf den Hochwanner – Deutschlands zweithöchster Berg

Der Hochwanner im Wettersteingebirge ist mit 2744 Metern nach der Zugspitze der zweithöchste Berg Deutschlands und bietet dem Bergfreund eine traumhafte Wanderung.

Gemeinsam mit Flo von phototravellers.de breche ich heute in Leutasch auf. Unsere Wanderung wird uns auf den Hochwanner (veraltet Kothbachspitze) führen.

Samstagmorgen 03:30 Uhr… Der Wecker klingelt mich mitten in der Nacht aus dem Schlaf. Während ich noch halb verschlafen ins Bad taumel kommt die erste Vorfreude auf die Wanderung auf den Hochwanner auf. Einen Kaffee später bin ich dann hellwach und freue mich auf ein herzhaftes Frühstück. Rührei und Brötchen schaffen eine perfekte Grundlage für den langen Tag. Um  05:00 Uhr sammel ich noch Flo in München ein und wir machen uns gemeinsam auf den Weg nach Leutasch.

Der Aufstieg zum Hochwanner

Es ist ca. 06:45 Uhr als wir den Parkplatz in Leutasch (GPS Daten für´s Navi: 47°21’55.7″N 11°05’36.8″E) erreichen. Für diesen zahlen wir eine Tagesgebühr von 4€. Wie vor jeder Tour heißt es jetzt noch schnell die letzten Sachen im Rucksack verstauen und die Wanderstiefel schnüren.

Jetzt kann es endlich losgehen!

Direkt am Parkplatz befindet sich ein Wegweiser welcher uns in Richtung Rotmoosalm / steinernes Hüttl schickt.

Wir folgen dem Fahrweg für einige hundert Meter bis uns ein weiteres Schild rechts abbiegen lässt. Für die kommenden fünf Minuten geht es nun etwas steiler bergauf. Als wir diese erste kleine Anstrengung hinter uns gebracht haben werden wir direkt belohnt. Wir geraten auf eine traumhafte Almwiese, welche im Licht der aufgehenden Sonne in warmen Farben erstrahlt. Natürlich legen wir hier eine kleine Fotopause ein. 🙂

Nachdem wir die ersten warmen Sonnenstrahlen und das Farbenspiel genossen haben machen wir uns auf den weiteren Weg. Wir sind inzwischen wieder auf dem Fahrweg angekommen und dieser führt uns weiterhin an saftig grünen Wiesen vorbei während sich links von uns die steile Nordwand der hohen Munde zeigt. Die Eindrücke überschlagen sich regelrecht und bereits jetzt schwärmen wir von diesem Wanderparadies, aber es kommt noch besser…

Der Weg ist bestens ausgeschildert und ein verlaufen kaum möglich. Irgendwann verlassen wir den breiten Weg für ca. 30 Minuten und folgen einem kleinen steilen Steig, welcher später wieder auf dem Fahrweg endet. Wir haben einige Höhenmeter gutgemacht und die Aussicht wird immer grandioser.

Nun geht es mit gemäßigter Steigung weiter hinauf zur Rotmoosalm. Es sind noch einige Serpentinen zu meistern bis wir an den Abzweig zum Predigtstein und zu einer kleinen Bank kommen. Zeit für eine kleine Pause-die Aussicht lässt uns keine andere Wahl.

Aber wir haben ja noch mehr vor. So brechen wir nach ca. 10 Minuten auf und begutachten die nächste Etappe-den Aufstieg über die Wiese.

Der Aufstieg ist angenehm zu gehen. Leidglich die warme Sonne bringt uns ordentlich zum schwitzen.

Am Sattel angekommen kann ich es nicht glauben.

Jetzt sind wir endgültig im Naturparadies!

Ich liebe diese Momente wo man auf einem Bergrücken ankommt und sich eine völlig neue Sicht auftut-aber was sich hier zeigt ist phänomenal. Vor uns liegt das Gaistal mit seinen hohen Nordwänden. Ringsum die einheimische Tierwelt und, bis auf sehr wenige Ausnahmen, keine Menschenseele. Eine tiefe innere Ruhe kehrt in mir ein und ich bin für einige Minuten fast sprachlos über das Glück all dies erleben zu dürfen…

Trotzdem reißen wir uns irgendwann los. Die nächste Etappe ist gut einsehbar und es wartet eine gut halbstündige flache Wanderung auf uns, welche uns gemütlich am Berg entlang führt.

Jetzt haben wir genügend Zeit zum genießen und die Muskeln können sich wieder etwas entspannen. Schon von weitem erblicken wir das nächste Motiv:

 

Auch wir halten nochmal kurz inne-hier endet der gemütliche Teil der Tour.

Noch ahnen wir nicht was auf uns zukommt.

 

Bis wir auf eine kleine Felsrinne treffen bei der wir nun Hände und Füße benötigen.

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Hinweis:

An dieser Stelle ist ein Steinschlaghelm ratsam. Die Rinne ist mit jeder Menge losem Gestein übersäht. Bei der Kraxelei kann es schon mal passieren, dass man einen Stein lostritt.

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Wir halten heute genügend Abstand und durchsteigen die Rinne nacheinander. Beim Ausstieg zeigt sich der Blick auf den kommenden Weg.

Nun heißt es das riesige Schotterfeld zu queren. Gut 20 Minuten geht es eben dahin bis wir auf die nächste noch steilere und noch schottrigere Passage treffen.

Aber es wird noch heftiger.

Als wir auf dem kleinen Sattel ankommen schnaufen wir erstmal ordentlich durch. Der Aufstieg hat ordentlich an den Kräften gezehrt und der Blick auf den finalen Gipfelanstieg lässt uns erahnen, dass es nicht einfacher wird.

Noch einige steile Serpentinen und der Weg verliert sich. Ständig müssen wir uns neu orientieren. Hier und da sieht man einen Meter Weg. Aber um dahin zu kommen heißt es kraxeln, rutschen und stets ein wachsames Auge haben. Auch hier droht Steinschlaggefahr von vorausgehenden Bergsteigern. Mit großer Anstrengung kämpfen wir uns immer weiter nach oben.

 

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Am Gipfel des Hochwanners (2744m)

Endlich, wir haben es geschafft und stehen auf dem zweithöchsten Berg Deutschlands, dem Hochwanner! Sichtlich erleichtert gratulieren wir uns mit einem kräftigen Händedruck und suchen uns schnell ein schönes Brotzeitplätzchen. Der Weg führt uns am Gipfelkreuz vorbei weiter über einen kleinen Grat bis wir ein geeignetes Fleckchen finden und die überwältigenden Eindrücke auf uns wirken lassen können…

Die Brotzeit lassen wir uns hier oben so richtig schmecken. Wir haben alles dabei was der hungrige Wandermagen begehrt. Brezen, Eier, Oliven, Tomaten, Nüsse, Bananen und natürlich mein Gipfelbierchen. 🙂 Der Moment ist perfekt. Um uns ragen gewaltige Gipfel empor und der Blick reicht bis zum Großvenediger. Wahnsinn!!!

Gut eine Stunde lassen wir diese Eindrücke auf uns wirken bis wir uns entschließen den Rückweg anzutreten.

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Das solltest du auf dieser Tour unbedingt dabei haben:

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Der Abstieg

Zugegeben, etwas mulmig ist mir schon zumute, wenn ich daran denke, diesen steilen Hang nach unten kraxeln zu müssen. Ich persönlich tu mich beim Aufstieg immer etwas leichter. Aber glücklicherweise kommt es anders als gedacht. Einige Meter neben unserem Aufstiegsweg verläuft eine tiefe Schotterspur in der wir „locker flockig“ die ersten Höhenmeter nach unten surfen können. Hier und da heißt es zwar trotzdem ein wenig kraxeln aber mit dieser Methode gelangen wir schnell wieder auf den kleinen Sattel und nach einer kurzen Pause auch zu der Kraxelstelle. Auch die letzten steinigen Meter stellen nun kein Hindernis mehr dar. Wir haben uns an den Untergrund gewöhnt und kommen sicher wieder auf das grasige Gelände.

Vorbei an den Kühen geht es nun zum zweiten Gipfel des Tages…

Aufstieg zum Predigtstein (Predigtstuhl) (2234m)

Bereits auf dem Hinweg hat uns der Predigtstein mit seiner beeindruckenden Felsformation beeindruckt. Da unser Rückweg direkt an ihm vorbeiführt beschließen wir dem Gipfel noch einen kleinen Besuch abzustatten.

Wir wandern gemütlich den flachen Weg zurück und nähern uns langsam dem Einstieg. Noch einmal machen wir eine kleine Pause bevor es hinauf geht. Schon auf den ersten Höhenmetern spüren wir die starken Anstrengungen des Tages. Die Beine werden langsam schwer aber der Gipfel ist schon in greifbarer Nähe.

Nach einigen leichten Kraxelstellen stehen wir 15 Minuten später am Gipfelkreuz.

Die Sonne scheint noch warm vom Himmel und die Berge werden langsam in ein abendliches Licht gemalt. Zeit zu genießen:

Wir kommen noch mit einigen netten anderen Wanderern ins Gespräch (an dieser Stelle viele Grüße) und kosten das frühabendliche Flair in vollen Zügen aus.

Für den Abstieg wählen wir den auf der Rückseite des Berges gelegenen Pfad. Dieser führt uns steil hinunter und gut 30 Minuten später wieder auf den Aufstiegsweg. Diesem folgen wir und genießen noch einmal die abendlichen Ausblicke.

Es ist gegen 18:00 Uhr als wir den Parkplatz wieder erreichen und wir sind uns einig: hinter uns liegt eine traumhafte Wanderung durch ein wirkliches Naturparadies.

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Der Bergtour bei Komoot

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Mein Fazit:

Der erste Teil der Wanderung bietet ein traumhaftes und fast menschenleeres Naturerlebnis. Der Weg gestaltet sich als sehr kurzweilig und abwechslungsreich. Die Anstrengungen werden direkt mit tollen Ausblicken belohnt und mit etwas Glück bekommt man, wie wir, einige einheimische Tiere zu Gesicht. Der zweite Teil, der felsige Aufstieg zum Hochwanner, ist definitiv nur etwas für erfahrene, trittsichere und konditionsstarke Bergsteiger. Der steinige Untergrund lässt wenig Platz für Fehler und ein Steinschlaghelm ist auf dieser Etappe definitiv sinnvoll. Der Gipfel des Hochwanners bietet einen wahren Aussichtstraum.

Wenn dir das schottrige Gelände des Hochwanners zu viel erscheint habe ich hier einen Tipp für eine tolle Rundwanderung: Steige doch einfach auf dem selben Weg auf wie wir, genieße den Gipfel des Predigtstuhls und folge dem flachen Pfad weiter zum steinernen Hüttl. Von da an kann man ins Gaistal absteigen und der Fahrweg führt einen wieder zurück zum Parkplatz.

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Das Video zur Tour:

mit freundlicher Genehmigung von phototravellers.de

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Ich hoffe dir hat mein Ausflug auf den Hochwanner, Deutschlands zweithöchsten Berg, gefallen? Wenn ja hinterlasse doch einfach einen Kommentar.

Also, viele Grüße und bis zum nächsten Bericht, Maik

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