Wanderung zum Seebensee, der Coburger Hütte und dem vorderen und hinteren Tajakopf

Traumhaft liegt der Seebensee im Mieminger Gebirge, über ihm thront die Coburger Hütte und der vordere und hintere Tajakopf. Diese Wanderung verspricht wunderschöne Aussichten.

Bereits im Juli war ich am Seebensee, der Coburger Hütte und auf dem vorderen Tajakopf, damals allerdings bei schlechtem Wetter. Natürlich möchte ich die traumhaften Tiefblicke noch einmal bei Sonnenschein genießen.

Guten Morgen von der Hochfeldern Alm.

Der zweite Wandertag beginnt (fast) mit ausschlafen. Es ist 07:00 Uhr als uns die Sonne weckt und bereits aus dem Bett können wir die steilen Felswände des Mieminger Gebirges genießen. Also nichts wie raus und ab zum Frühstück. Dieses bietet alles was das Herz begehrt und wir können uns mit allerlei Leckereien für den neuen Tag stärken. Nach unserer gestrigen Tour über die Zugspitze (Link zum Bericht) sind wir wieder bestens erholt und verabschieden uns von unseren herzlichen Gastgebern.

Die Wanderung zum Seebensee und zur Coburger Hütte

Wir verlassen die Alm und wandern bei bestem Wetter den breiten Fahrweg hinab ins Gaistal.

Der Fahrweg ist genau das richtige um sich warmzulaufen. An der Pestkapelle zeigt uns der Wegweiser die weitere Richtung.

Wir folgen dem kleinen Pfad in den Wald hinein. Eine ganze Weile geht es eben dahin bis wir auf den breiten Fahrweg treffen, welcher von der Ehrwalder Alm herauf führt.

Weiter geht´s bis der Wanderweg links abzweigt und die nächste Stunde parallel zum Fahrweg verläuft. Wir wandern gemütlich über Stock und Stein und genießen die kühle Morgenluft.

An der Seebenalm angekommen treffen wir wieder auf den Fahrweg und es geht für gut 15 Min etwas steiler hinauf zum ersten Highlight des Tages.

Wie oft ich schon hier war kann ich kaum noch sagen. Dieser Anblick ist jedes mal aufs neue faszinierend. Nicht umsonst bezeichne ich diesen Platz als meinen Happy Place. Hier kann ich abschalten und alles andere vergessen. Ein Fleckchen Erde wie aus dem Bilderbuch.

Natürlich legen wir hier eine Pause ein und lehnen uns genießend zurück.

Aber am anderen Ende wartet bereits die Coburger Hütte auf uns und der Appetit auf einen Kaffee ist groß. 🙂

Etwas später geht es links am See vorbei bis wir zur kleinen „Talstation“ der Materialseilbahn kommen. Vor uns liegt noch eine Wiese und dann beginnt die erste Anstrengung des Tages. Über steinige Serpentinen zieht sich der Weg den Berg hinauf. Da die Sonne inzwischen schon hoch am Himmel steht kommen wir schnell ins schwitzen.

Gut 30 Minuten schnaufen wir der Coburger Hütte entgegen bis wir oben ankommen.

… gibt mir immer wieder das Gefühl daheim angekommen zu sein. So oft saß ich schon hier und habe die Leckereien und die einzigartige Aussicht genossen. Aber erstmal bestellen wir uns, nach einem herzigen Servus, den gewünschten Kaffee und suchen uns ein schattiges Plätzchen um ihn uns schmecken zu lassen.

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Gipfelzeit am Pitzenegg

 

Auch wenn es schwer fällt, heute bleiben wir nicht all zu lang hier-wir haben ja noch zwei Gipfel vor uns.

Der Aufstieg zum vorderen Tajakopf (2450m)

Der Wanderweg führt von der Hütte hinunter zum malerischen Drachensee. Weit kommen wir vorerst nicht. Die weidenden Schafe bieten ein tolles Motiv und so legen wir eine weitere kurze Pause ein.

Jetzt aber weiter! Der Weg führt nun wieder steil hinauf aber ein lautes Pfeifen lässt uns hellhörig werden!

Es ist Spätsommer und die felligen Tierchen haben sich schon gut Winterspeck angefressen. Es tummeln sich einige dieser Fellknäule auf der Wiese und wir sind zu einer weiteren kleinen Pause „gezwungen“ 🙂

So, nun geht´s aber wirklich weiter. Als wir die erste steile Steigung hinter uns gebracht haben lehnt sich der Berg etwas zurück und die schottrigen Serpentinen sind mit gemäßigter Anstrengung gut zu meistern.

Nach gut 45 Minuten erreichen wir den Wegweiser…

Kurz hatten wir an der Hütte überlegt den Aufstieg über die Tajakante (Klettersteig) zu gehen. Da aber der vorherige Tag schon anstrengend genug war haben wir uns für den „Normalweg“ entschieden . Dieser ist für heute kräftezehrend genug.

Für einige Meter folgen wir dem grünen Grasrücken bis wir das Schotterfeld erreichen. Der Einstieg ist noch gut zu meistern aber schon wenige Höhenmeter weiter oben wartet eine fiese und steile Schotterrinne.

Immer wieder suchen wir uns feste Tritte. Mit viel Mühe und Schweiß kommen wir gut durch das Stückchen.

Der kommende Weg ist weiterhin vom Schotter übersäht, aber wesentlich einfacher. Hier und da müssen wir unsere Hände zu Hilfe nehmen um kleine Kraxelpassagen zu meistern, aber wir kommen gut voran.


Nur noch wenige Meter bis wir am Sattel sind. Der Schotter wird trittfester und das gehen einfacher. Am Sattel trennen sich die Wege. Links führt der Weg hinauf zum vorderen Tajakopf und rechts führt er zum hinteren Tajakopf (dazu später mehr).

Wir halten uns links und gelangen zum finalen Gipfelanstieg.

Dieser führt vorerst weiter über steiniges Gelände. Gut 15 Minuten geht es in kleinen Serpentinen nach oben bis es an der Zeit ist die Stöcke wegzupacken und wieder die Hände zu Hilfe zu nehmen.

Kleinere Gehpassagen wechseln sich mit Kraxelpassagen ab und immer wieder gibt es…

Aber einige Adrenalinschübe später erblicken wir…

Herrlich!!! Wir haben es geschafft und das bei schönstem Wetter. Natürlich suchen wir uns ein stilles Fleckchen um die Ausblicke in aller Ruhe zu genießen.

Unser Blick schweift als erstes hinüber zur Zugspitze. Da wir auch den Abstieg vom Hochfeldernjoch zur Alm sehen haben wir einen schönen Rückblick auf den gestrigen Tag. Etwas weiter rechts ragt…

… Deutschlands zweithöchster Berg in die Höhe. Erst vor kurzem stand ich auf seinem Gipfel (Link zum Bericht).

Aber natürlich gibt es noch mehr zu sehen-hinter uns wartet ein wahnsinniger Tiefblick auf den…

Sattsehen kann man sich hier oben nicht.

Wir genießen noch eine ganze Weile die Blicke und eine kleine Brotzeit, aber irgendwann raffen wir uns doch auf um den zweiten Gipfel des Tages zu besuchen. Hierfür kraxeln und rutschen wir den Weg bis zum Sattel wieder hinunter und erblicken bereits den…

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Der Aufstieg zum hinteren Tajakopf (2408m) über den Coburger Steig

Am Sattel angekommen folgen wir dem Weg nun nach rechts hinauf zum…

Für wenige Minuten führt uns unsere Wanderung über einen steilen Schotterpfad.

Bis wir zum Einstieg des Klettersteiges kommen-meine persönliche Schlüsselstelle der heutigen Tour.

Zwar ist der Steig nur ca. 30 Meter lang aber mit einem Schwierigkeitsgrad D nicht zu unterschätzen, zumal direkt am Einstieg ein Überhang wartet.


Wir legen unser Klettersteigset an und ich mache mich an den Aufstieg. Der Überhang ist, dank einiger Tritthilfen, gut zu meistern und auch die kommenden Meter gehen gut voran. Doch dann! Auf gut 10 Metern Höhe fehlt mir irgendwie der passende Tritt. Weit und breit nichts worauf ich meine Füße stellen kann und die nächste Möglichkeit ist mit einem Zug nicht zu schaffen. Und nun? Erstmal durchatmen und sortieren. Da hilft nur eines-die Hände fest ans Seil und die Füße, in bester Batman-Manier, an die glatte Wand-ein kräftiger Zug und Zack stehe ich auf dem nächsten Tritt-uff! 🙂 Noch zwei-drei große Schritte und ich komme am Ausstieg an-geschafft! Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis wir am Gedenkkreuz ankommen.

Ich muss mich erstmal setzen und schnaufen. Meine Leidenschaft liegt eher beim Wandern-von daher kann so ein Klettersteig mich schon mal zum schnaufen bringen. Aber nach fünf Minuten ist alles wieder super und ich kann den Vorgipfel genießen. Es ist nun das dritte mal, dass ich hier oben bin und immer wieder kommt mir ein Moment in den Sinn:

Die Erinnerungen an meinen ersten Besuch 2k13. 3 Jahre sind nun inzwischen vergangen und immer wieder denke ich gern an diesen Tag zurück.

Zurück zu heute: Wir genießen noch kurz eine kleine Brotzeit bis wir uns auf den Weg zum eigentlichen Gipfel machen.

Für das kleine Stückchen hinauf sind noch einige kleine Kraxeleinheiten zu meistern. Oben angekommen bin ich kurz enttäuscht. Das kleine Holzkreuz ist leider nicht da und der Gipfel wird nur noch von einem Steinhäufchen geschmückt.

Natürlich legen wir hier oben nochmal ein kurzes Päuschen ein und genießen die Aussicht.

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Der Abstieg nach Ehrwald

hinteres Tajatörl-Brendlkar-Immensteig

Da wir nicht den gleichen Weg zurückgehen wollen entscheiden wir uns für den Abstieg über das Brendlkar. Der Weg dahin führt über den Normalweg vom hinteren Tajakopf hinunter. Hier sind nur einige kleine Kraxelstellen und schottrige Passagen zu meistern bis wir auf den Pfad zum hinteren Tajatörl treffen.

Der kleine Pass ist der Übergang zum Brendlkar. Nach einer kleinen Pause folgen wir dem Weg hinab ins Kar, welcher uns in eine wahrhaftige Steinwüste führt.

Beeindruckt von den riesigen Felswänden wandern wir durch diese surreale Landschaft bis wir auf einen Typ treffen, welcher mit seinem roten Farbeimer am Wegesrand sitzt. Häh?! Bei einem kurzen Gespräch stellt sich heraus, dass er im Auftrag der DAV Sektion Coburg für die Erneuerung der Wegmarkierungen zuständig ist. Wir quatschen noch eine Weile bis wir uns, mit einem Dankeschön für seine Arbeit, auf den weiteren Weg machen. Das nächste Etappenziel ist der Brendlsee, welchen wir nach gut 30 Minuten erreichen. Der Tag war heiß und wir sind mehr als froh eine Möglichkeit zur Abkühlung zu haben und uns erfrischen zu können.

Nach der kurzen Pause müssen wir noch einige Meter über steinige Serpentinen absteigen bis wir den Wald erreichen. Der weiche Waldboden ist eine Wohltat und wir können entspannt hinunter zum Fahrweg laufen. Da angekommen halten wir uns kurz links bis wir an der kleinen Hütte, auch als Ganghofer Rast bezeichnet, ankommen.

Hier beginnt der Immensteig.

Ein Schild warnt uns, dass der Weg nur für erfahrene Bergwanderer geeignet ist und alpine Erfahrung notwendig ist. Anfangs führt uns der Pfad malerisch in den Wald hinein. Von den angekündigten Gefahren ist hier noch nichts zu sehen, bis wir an ein kleines Holztor kommen. Von hier an geht es steil nach unten.

Einige veraltete Stufen führen uns dem Tal entgegen und hier und da sind einige Passagen mit Drahtseilen versichert.

Für geübte Wanderer stellt der Abstieg kein großes Hindernis dar. Allerdings sollte man bei Nässe schon sehr vorsichtig gehen. Da in der Nähe ein Wasserfall in die Tiefe stürzt sind auch heute einige Wurzeln recht feucht und laden zu einer ungewollten Rutschpartie ein.

Wir benötigen ca. eine Stunde für den Abstieg bis wir wieder in flaches Gelände kommen. Von hier an geht es angenehm über den Waldweg der Talstation der Ehrwalder Almbahn entgegen.

Inzwischen ist es später Nachmittag als wir den Wald verlassen und auf die traumhaften Wiesen treffen. Hier zeigt sich…

.. in seiner vollen Schönheit. Noch einmal blicken wir zurück und genießen.

Auf die letzte Etappe, welche uns durch Ehrwald führt, hat keiner von uns beiden so rechte Lust. Nach zwei Tagen in so einer traumhaften Landschaft noch gut 1,5 Stunden über Teerstraßen laufen zu müssen ist ein recht müßiger Gedanke… Kurz entschlossen halten wir einfach den Daumen raus und siehe da. Ein nettes Ehepaar hat „Mitleid“ mit uns und chauffiert uns zurück zum Ausgangspunkt unserer Tour-der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn. Wir bedanken uns vielmals bei ihnen dafür und sind froh uns diese Etappe erspart zu haben.

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Mein Fazit:

Die Wanderung bis zum Seebensee und der Coburger Hütte ist landschaftlich ein absoluter Genuss und für jeden einigermaßen fitten Wanderer gut zu meistern. Die Hütte belohnt die Anstrengungen mit leckeren Speisen und Getränken, sowie einem fantastischen Blick über den Seebensee zur Zugspitze. Der Aufstieg zum vorderen Tajakopf ist, wie ich finde, nur etwas für trittsichere und erfahrene Bergsteiger. Der Schotter fordert festes Schuhwerk und eine gute Kondition. Bevor man das Gipfelkreuz erreicht müssen noch einige luftige Kraxelstellen gemeistert werden-Schwindelfreiheit ist hier Pflicht. Am Gipfel bietet sich dann ein traumhaftes Panorama und ein grandioser Tiefblick auf den Seebensee. Wählt man den Coburger Steig als Weg zum hinteren Tajakopf ist ein Klettersteigset ein absolutes Muss. Der Steig ist zwar kurz aber knackig. Der hintere Tajakopf bietet ebenfalls ein tolles Panorama und wunderschöne Ausblicke auf die Hütte. Wer sich die Schindereien zum vorderer Tajakopf ersparen will kann den hinteren Tajakopf auch über den Normalweg erklimmen. Der Aufstieg lohnt sich!

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