Wandern im Harz-Durch das Ilsetal auf den Brocken

Der malerische Heinrich-Heine-Weg im Harz führt mich durch das Ilsetal hinauf zum Brocken. Es geht vorbei an den Ilsefällen und bizarren Gesteinsformen.

Heinrich Heine, der bekannte deutsche Dichter soll diesen Weg im Jahr 1824 gegangen sein. Ca. 200 Jahre später folge ich seinen Spuren durch das Ilsetal hinauf zum Brocken und werde in ein Landschaftsparadies entführt…

Tag 2 meiner Fotoreise durch Deutschland:

Nach dem gemütlichen Morgen an der Teufelsmauer in Weddersleben packe ich meine 7 Sachen zusammen und mache ich mich auf den Weg nach Ilsenburg um von da aus auf den Brocken zu wandern. Da angekommen parke ich mein Auto auf dem kostenfreien Wanderparkplatz. (Adresse fürs Navi: 38871 Ilsenburg – Ilsetal)

…welche mir eine Übersicht auf die kommende Tour gibt.

Gespannt ziehe ich die Bergstiefel an und mache mich auf den Weg.

Als ich das kleine Städtchen Ilsenburg verlasse gelange ich in das Vogelschutzgebiet Hochharz und werde direkt verzaubert.

… und das saftige Grün der Bäume und der naturbelassene Wald lassen mich schwärmen.

Der Weg hat nur wenig Steigung und lässt dem Wanderer alle Zeit zum genießen.

Bereits hier findet der Landschaftsfotograf tolle Motive. Besonders Freunde der Langzeitbelichtung kommen voll auf ihre Kosten. Die „wilde“ Ilse verläuft in ihrem natürliche Bachbett und jede Menge Steine sorgen für tolle Vorlagen. Ich muss mich echt beherrschen um der Fotolust nicht nachzugeben. 😉

Die Ilsefälle

Nach gut 1,5 Stunden gemütlichen wanderns erreiche ich die Ilsefälle. Bislang habe ich das Stativ im Rucksack gelassen, aber nun kann ich einfach nicht mehr widerstehen.

Motive über Motive… Für einen Augenblick denke ich darüber nach den Brocken ausfallen zu lassen und mich ganz der Ilse hinzugeben, aber nur für einen Moment. 😉

Nachdem ich die gewünschten Bilder auf der Speicherkarte habe geht es für mich weiter. Ab den Fällen wird der Weg etwas steiler und…

Gut 30 Minuten später verlasse ich das Ilsetal und erreiche eine Lichtung.

Egal, der bisherige Weg war der reinste Genuss. Nun bin ich gespannt was noch auf mich wartet.

Der kleine Pfad ist gut 2 Km kürzer als der Normalweg-dafür aber auch etwas steiler.

Der kleine Pfad führt mich noch eine ganze Weile idyllisch durch den Wald bis ich nach gut 45 Minuten auf …

… treffe. Nun wandle ich erneut auf historischen Pfaden. Der Plattenweg wurde zu DDR Zeiten durch die NVA und die sowjetischen Besatzer erbaut. Zugegeben, schön ist der Wanderweg ab hier nicht mehr aber der historische Hintergrund bringt mich zum nachdenken. Was sich hier damals wohl alles abgespielt haben mag? Auf jeden Fall müssen die Soldaten recht fit gewesen sein… 😉 Der Weg wird von hier an richtig steil und kräftezehrend.

Die Aussicht passt zu der düsteren Geschichte der Vergangenheit. Die Wolken hängen tief und die Landschaft verschwindet nach wenigen Metern in einem tristen Grau.

Nur anhand der Wanderapp erkenne ich, dass der Gipfel wenige Meter vor mir liegt.

Aus dem Nebel dringt ein Stampfen und Schnaufen zu mir herüber-die Brockenbahn. Zu sehen ist sie natürlich nicht… :-/

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Der Gipfel des Brocken (1142 Meter)

Geschafft, ich erreiche die Gipfelbebauung des Brocken.

… zu sehen ist davon nichts. Nur schemenhaft lugt der riesige Funkturm durch den Nebel hervor und das obwohl ich nur 20 Meter entfernt bin. Ich folge einfach dem Weg die letzten Höhenmeter nach oben und erreiche…

Da es heute nichts zu sehen gibt suche ich den Weg zur Gipfelbaude. Da angekommen stärke ich mich erstmal mit einer leckeren Soljanka und einem Bierchen.

*Mahlzeit*

Im riesigen Speisesaal ist noch nicht viel los und ich kann die Pause in vollen Zügen genießen.

Lang halte ich mich hier oben nicht auf. Für den Rückweg habe ich mir den Rundweg über den gelben Brink ausgesucht.

Um dahin zu gelangen muss ich auf dem Teerweg in Richtung Schierke wandern. Durch Zufall komme ich am Bahnhof der Brockenbahn vorbei. Nach einigen Minuten des Stampfens und Schnaufens fährt sie dann, wie aus dem nichts, in die Bergstation ein.

Wenigstens habe ich sie mal gesehen. 😉

Bestens gelaunt beginne ich den Abstieg.

Auf der Straße ist jede Menge los. Die Wanderer und Radfahrer kommen in Massen auf mich zu. Ich bin recht froh, dass ich so zeitig oben war-im Speisesaal ist bestimmt bald die Hölle los.

Mit ständigen Hallos und Servus geht es den aufsteigenden Besuchern entgegen. Irgendwie mag heute wohl jeder auf den Brocken und keiner lässt sich die Laune durch das schlechte Wetter verderben. Das Highlight ist aber eine Einradfahrerin die es sich zur Aufgabe gemacht hat den Gipfel balancierend zu erklimmen-Wahnsinn!

Je tiefer ich komme desto besser wird die Sicht. Nach gut 30 Minuten verlasse ich die Wolken und …

Nachdem ich Links in den gelben Brink abgebogen bin höre ich wieder das Rauschen der Ilse-aber entdecken kann ich sie nicht.

Aha?! 😉

Gut 1,5 Stunden geht es für mich nun auf dem Waldweg entlang bis wieder ins Ilsetal gelange. Noch einmal sauge ich die Natur in mich auf.

Gut 7 Stunden nach dem Start bin ich zurück am Auto und bin begeistert.

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Mein Fazit:

Auch wenn ich heute am Gipfel nichts gesehen habe zählt die Wanderung auf dem Heinrich Heine Weg hinauf zum Brocken definitiv zu den Highlights meiner Wanderzeit. Das naturbelassene Ilsetal im Harz entführt den Wanderer in ein Naturparadies und der ambitionierte Fotograf bekommt unzählige Motive vor die Linse (auch ich werde mir eines Tages ausgiebig Zeit für diesen Abschnitt nehmen und zum Fotografieren zurückkehren).

Weiter oben wartet die Geschichte auf den Wanderer. Der Weg ist gespickt mit Zeitzeugen vergangener Tage und hier und da läuft es einem kalt den Rücken hinunter wenn man sich in diese Zeit zurückdenkt.

Unterschätzen sollte man die Tour jedoch nicht. Auch wenn der Brocken „nur“ 1142 Meter hoch ist zeigt die Wanderapp am Ende des Tages 950 Höhenmeter und eine Wegstrecke von 26 Km an. Etwas Ausdauer und Kondition sollte man also unbedingt im Rucksack haben.

Die Anstrengungen lohnen sich aber auf jeden Fall. Ständig gibt es etwas neues zu entdecken und von Langeweile kann man zu keinem Zeitpunkt reden.

Für mich ist diese Tour definitiv ein absoluter Wandertipp!!!

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Die Tour bei Komoot

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Hier gibt es die passende Wanderkarte*:

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Während das Wasser der Ilse weiter in Richtung Nordsee fließt geht es auch für mich weiter…

… allerdings in eine andere Richtung.

Für den Abend habe ich mich mit Freunden in Schwaneberg verabredet. Da erwartet mich der reinste Tulpenwahnsinn und ein tolles Porträtshooting.

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