Interview mit Michael Schiebel von Woogielicious

Michael und ich haben uns vor einigen Jahren im Münchner Nachtleben kennengelernt und wir haben beide den Weg zur Fotografie gefunden. Seit geraumer Zeit faszinieren mich seine traumhaften Bilder der bayrischen Seen und seine wunderschönen Porträtfotos. Heute möchte ich ihn Woogielicious etwas genauer vorstellen.

Michael, stell dich den Lesern bitte kurz vor.

Ich bin der Michael von Woogielicious Fotografie, bin 35 Jahre und wohne in der Nähe von Landsberg am Lech. Ich arbeite hauptberuflich als Webentwickler in München.

Wie kam es bei dir dazu, dass du das Fotografieren als Leidenschaft entdeckt hast?

Meine erste DSLR kaufte ich mir zu meinem 27. Geburtstag, das war damals eine Canon 450D. Eigentlich wollte ich damals schon in die Fotografie eintauchen, aber mehr als ein paar geknipste Bilder wurden es nicht. Mir fehlte einfach die Zeit. Ich wollte mehr Naturaufnahmen machen und kaufte ein Tamron 11-18mm und stieg auf die Canon EOS 60D um.
Dann fing ein Freund von mir mit der Landschaftsfotografie an, er meinte ich soll doch mal mitkommen denn ich habe doch auch eine Kamera.
Ich sind zum Ammersee gefahren, sahen uns den Sonnenuntergang an und machten ein paar Aufnahmen. Ich war davon so überwältigt und mich das Fieber packte.
Die kommenden Monate waren teuer, ich kaufte mir meine Traumkamera die Canon EOS 6D und das 16-35mm 4.0 L als es am Markt erschien, ein paar Filter von Lee und schon ging es los.

Dein Portfolio reicht von Porträts bis hin zu Landschaftsaufnahmen. Was fasziniert dich an diesen Motiven?

An der Landschaftsfotografie ganz klar, die Ruhe die man dabei hat. Man schaut der Sonne beim untergehen zu, oder man steht schon so früh auf den Stegen um den Sonnenaufgang anzusehen. Ich genieße diese Zeit bevor es dann in den stressigen Alltagsjob im Büro geht. Entspannung pur würde ich sagen.

Zeig uns doch bitte einige deiner Bilder und erzähl uns etwas dazu.

Ehrwald war mein definitiv anstrengendstes Bild, ein Freund rief mich an und meinte lass uns um 15 Uhr in die Berge fahren wir müssen spätestens 16 Uhr unten am Berg sein, damit wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang oben sind.
Ich war mir sicher wir würden mit der Gondel fahren, es hatte ja frisch geschneit und da läuft man ja keinen Berg hoch mit vollem Gepäck. Falsch gedacht, ich schleppte meinen 9 kg schweren Rucksack auf diesen Berg, die fehlende Kondition und die Raucherlunge ließen grüßen, ich war kurz vorm sterben 🙂 aber wir kamen gerade noch rechtzeitig an, keine Menschenseele nur wir beide und die verschwindende Sonne.

Starnberger See war eigentlich mehr Zufall, ich fuhr spazieren am Ammersee und Richtung Starnberger See, als das Wetter zu zog und es wirklich nach Gewitter aussah. Ich war eigentlich auf dem Heimweg, schaute nochmal in das Navi und entschied dann doch noch mal kurz einfach an den Starnberger See zu fahren um mir den Spot anzusehen, es waren doch nur 20 km und wenige Minuten Fahrt.
Es war die beste Entscheidung die ich treffen konnte wenn man den Sonnenuntergang betrachtet.

Wörthsee ist eigentlich nur zum Sonnenaufgang zu gebrauchen und war bisher immer eine Bauchentscheidung. Meistens passiert mir das wenn ich Abends auf der Couch einschlafe und die Nacht liegen bleibe, ich wache dann grundsätzlich zwischen 5 und 6 Uhr auf. Und wenn ich schon wach bin, könnte ich auch Fotografieren fahren. Ich schau kurz raus, schau in die Wetter App und fahr dann auch schon los. Ich bin dann so gehen 6 Uhr am Wörthsee und beziehe meine Stellung an meinem Lieblingssteg.

Der Markt für uns Hobbyfotografen ist aktuell hart umkämpft und es wird immer schwieriger aus der Masse herauszustechen. Was macht dich und deine Bilder so besonders?

Schwieriges Thema, aber wann sticht man hervor? Wenn man etwas anders macht wie der Rest. Da ich meinen eigenen Bearbeitungsworkflow habe werde ich auch immer andere Bilder bekommen wie andere Fotografen.
Jeder hat so seine eigenen Vorlieben und lässt diese einfließen. Ich sehe das oft wenn ich nicht alleine an einem Spot bin. Man steht nebeneinander und hat die selbe Brennweite, die selben Filter aber nach der Bearbeitung der RAW Dateien völlig unterschiedliche Bilder. Bei den Portraits bin ich gerade dabei meinen eigene Stil zu finden und diesen zu perfektionieren.

Oftmals bekommen wir Anfragen für Low-Budget oder gar kostenlose Aufträge. Wie stehst du solchen, oft fragwürdigen Angeboten, gegenüber und findest du, dass wir solche Angebote annehmen sollten?

Gerade am Anfangs tut man sich in der Portrait- & Peoplefotografie ja wirklich schwer, kein Model möchte von sich schlechte Bilder im Netz haben. Ich selbst suche mir viele TFP Models, aber nur wenn für beide ein Vorteil zu sehen ist, sprich das Model schon gute Bilder hat und definitiv keine schlechteren von mir bekommt, genauso suche ich mir keine komplett unerfahrenes Models die erst anfangen Bilder zu sammeln für Ihre Sedcards, denn diese bringen mir Nichts. Wenn ich einen Menschen sehe, den ich in meiner Sedcard haben will, weil mich das Gesicht fasziniert, dann nehm ich den auch unerfahren.
Ich habe oft Anfragen von Leuten die wollen ein Shooting, meistens sind die dann nachdem ich meine Preise gesagt hab weg, da ein Freund von Ihnen es ja umsonst macht oder wieder eine „Fotografin“ für weniger Geld mehr Bilder bearbeitet. Ich biete keine Bilder von der Stange und vergleich mich auch nicht mehr mit Neulingen in dem Gebiet. Wer meine Arbeit schätzt, wird diese auch bezahlen.

Gibt es für dich ein Traummotiv welches unbedingt einmal vor deiner Linse sehen magst?

Ich würde gerne eine Reise nach Island machen um dort ein paar Spots zu fotografieren. Im Bereich Portrait gibt es zu viele Models die ich gerne vor der Linse hätte. 🙂

Du hast bestimmt schon Pläne für dieses Jahr. Kannst du uns schon verraten was auf dich zukommt und was die Besucher deiner Homepage erwartet?

Es werden definitiv mehr Potrait- & Peoplebilder werden, da ich nun auch schon ein paar Workshops dazu besucht habe und mich da noch weiterbilden möchte.

Noch ein kleiner Blick in die Zukunft. Wie, siehst du die nächsten Jahre für dich als Fotografen und Webdesigner?

Die Fotografie wird nicht zu meinem Hauptberuf werden, da müsste ich wohl so ziemlich jeden Job annehmen um das Geld zu verdienen und das würde mir den Spaß verderben, ich such ganz gern aus was und wen ich fotografiere. Ich bin ganz gut angestellt in München.

Wo können die Leser mehr von deinen beeindruckenden Fotos sehen?

Natürlich ganz klar auf meiner Webseite Woogielicious.de  hier kommen immer die Neuigkeiten und aktuellen Bilder rein, auch sollte es Angebote für Shootings geben werden diese hier beworben.
Ansonsten bin ich auf meiner Facebookseite sehr aktiv und freu mich auch über Nachrichten.

Michael, vielen Dank für deine aufschlussreichen Antworten.

Schaut doch mal bei Michael vorbei, es gibt viel zu entdecken: Woogielicious

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