Bergtour Ehrwald-Stopselzieher-Klettersteig-Zugspitze

Die Bergtour von Ehrwald über den Stopselzieher (via Ferrata) auf Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze bietet eine abwechslungsreiche und beeindruckende Wanderung.

Anfahrt: Der Wanderparkplatz für die Tour über den Stopselzieher auf die Zugspitze befindet sich direkt an der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn und ist (Stand 06/2018) kostenlos. Adresse für´s Navi: Österreich – 6632 Ehrwald – Obermoos 1 – Google Maps

Wanderung über den Stopselzieher auf die Zugspitze (2962m)

Es ist 05:00 Uhr als wir unser Auto am Parkplatz der Tiroler Zugspitzbahn parken und unsere letzten Sachen im Rucksack verstauen.

Von meiner letzten Tour durch den Stopselzieher (2016) weiß ich, dass die Zeitangabe bei gemütlichen Tempo ungefähr passt und so wandern wir rechts an der Talstation der Bergbahn vorbei und gelangen auf die Skiabfahrt, über welche ein breiter Weg führt. Bereits nach 10 Minuten wartet hier die erste steilere Passage und wir kommen ein wenig ins Schwitzen.

Wenig später zweigt der Weg links in eine Latschengasse ab. Der Abzeig ist mit einem Stein, auf dem ein rotes Z (wie Zugspitze ;-)) gemalt wurde, markiert und der breite Weg wird zum kleinen Pfad. Dieser führt uns durch eine Latschengasse hindurch bis wir auf den nächsten Stein mit der Aufschrift W-N (Wiener Neustädter) Hütte erreichen.

Der Untergrund ist ab jetzt mit jeder Menge losen Schotter überzogen und es lohnt sich die Wanderstöcke auszupacken um Kraft zu sparen, wir werden diese später noch brauchen. Trotz des losen Untergrunds ist der Weg zu jeder Zeit bestens erkennbar.

Nachdem wir die erste Schotterpassage gemeistert haben, zieht sich der Pfad in kleinen Serpentinen durch die Latschen hindurch.

Der Weg durch das Gamskar erfordert hier und da etwas Trittsicherheit. Für Ungeübte kann der Weg schnell in einer Rutschpartie enden, aber unerfahrenen Bergfreunden rate ich von der Tour durch den Stopselzieher eh ab. Auch hier ist der Weg gut erkennbar und hier und da sind kleine Holzstufen verbaut, welche aber auch schon in die Jahre gekommen sind und nicht mehr den stabilsten Eindruck machen. Schon von weitem ist die alte und verlassene Bergwachthütte zu erkennen, auf deren Höhe angekommen erwarten uns …

… und die erste kleine Pause des Tages. Für den Weg bis hier her haben wir etwas über 1,5 Stunden (bei gemütlichem Tempo) benötigt und ca. 800 Höhenmeter überwunden.

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Die Zugspitze und das Wettersteingebirge – Bildband

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Nachdem wir durchgeschnauft und die wolligen Tierchen gestreichelt haben, geht es für uns auch bald weiter. Wer möchte kann sich jetzt links halten und sich die alte Bergwachthütte noch anschauen. Wir halten uns heute jedoch rechts und folgen dem Georg-Jäger-Steig. Noch einmal steigen wir in das Kar ein, hier ist der Pfad etwas steiler und ausgesetzter. Mit etwas Vorsicht und Erfahrung meistern wir die Passage und der Pfad schickt uns hinauf zum Grasrücken.

Wir stehen jetzt an den alten Fundamenten der ehemaligen Zugspitzbahn, welche am 06.02.2003 abbrannte. Die riesigen Betonklötze geben einen Eindruck welche Kraft auf die Pfeiler wirkt, es ist wirklich beeindruckend diese Zeitzeugen mal live zu sehen. Uns bieten sie heute auch Schutz vor dem aufziehenden Wind und wir können uns hier etwas Wärmendes überziehen.

Hat man diesen erreicht, beginnt die zweite Etappe der Bergtour und der Weg führt nun, mit wenig Steigung, auf einem Felsband entlang. Hier und da gilt es einige Meter am Fels zu kraxeln (zum Großteil versichert).

Die Oberfläche ist komplett vereist aber mit etwas Vorsicht kommen wir heil auf der anderen Seite an und können den Blick auf den Eibsee (Links im Bild) in vollen Zügen genießen.

Diese Etappe gehört bei der Wanderung durch den Stopselzieher auf die Zugspitze zu meiner liebsten. Die Aussichten sind fantastisch und der Weg spannend und abwechslungsreich. Immer wieder warten kleinere Kraxelpassagen und luftige Tiefblicke auf den Bergfreund. „Leider“ ist die Passage recht kurz und nach einer halben Stunde zweigt der Weg rechts ab und führt uns nochmal für einige Höhenmeter nach oben bis wir …

Die Wiener-Neustädter-Hütte hat heute den ersten Tag geöffnet und wir werden herzlich in der urigen Schutzhütte begrüßt. Auch unser Wunsch nach einem Kaffee wird mit einem großen Schöpfer aus dem Topf erfüllt und wir können das herrliche Panorama und den Sonnenschein bei einer ausgiebigen Pause genießen.

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Das benötigst du für diese Bergtour

Keine Tour ohne die richtige Ausrüstung! Um dieses Bergerlebnis unbeschwert erleben zu können benötigst du folgendes:

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Der Stopselzieher – Klettersteig

Schon während unserer Pause auf der Hütte haben wir einen Blick auf die beeindruckende Wand, welche sich hinter dem Schneekar erhebt. Gut 600 Meter ragt sie in die Höhe, da kann man schon mal Respekt bekommen.

Aber eins vorab, die Wand sieht schlimmer aus als sie tatsächlich ist 😉 Nach der Pause legen wir erholt und gestärkt unser Klettersteigset an und machen uns auf den Weg zur dritten Etappe. Das Altschneefeld ist ohne Probleme begehbar und der Weg über das Schotterfeld führt uns an den Fuß der Wand, wo wir noch einmal die Ausrüstung gegenchecken und uns an den Einstieg in den Klettersteig machen.

Der Namensgeber ist eine kleine Höhle durch welche der Steig führt. Tritthilfen und griffiger Fels geben dabei den Bergschuhen einen guten Halt, im Gegensatz zu den Seilen. Die Versicherung ist vom letzten Winter etwas mitgenommen und teilweise etwas ungeschickt angebracht. Ich entscheide mich dafür die Finger vom Seil zu lassen und mir Griffe am Fels zu suchen. Die leichte Kletterei gelingt ohne Probleme und ich fühle mich so deutlich sicherer. Auch Anett wählt stellenweise diese Variante und kommt gut vorwärts.

Der Klettersteig hat einen Schwierigkeitsgrad von A-B und ist allzeit gut begehbar. Hat man diesen Aufstieg hinter sich gelassen, wechseln sich kleinere Gehpassagen und Kraxeleien ab. Das Klettersteigflair verblasst leider viel zu schnell aber der Weg bleibt abwechslungsreich.

Auch wenn das Gehgelände immer mehr wird, eines gilt es auf der Tour immer zu beachten: STEINSCHLAGHELM AUFSETZEN!!! Wir sind extra früh gestartet um dem Trubel zu entgehen und unsere Ruhe im Steig zu haben. Trotzdem hören wir ständig das Aufschlagen herabfallender Steine und halten ständig Augen und Ohren offen.

Am Ausstieg des Steiges wird der Weg zum felsigen Schotterpfad, welcher noch einmal ordentlich Kraft fordert.

… die alte und verlassene Bergstation der Bergbahn erreichen.

!Bergromantik Ende!

Wir stehen vor einer 15 Jahre alten Ruine und geraten nach und nach in die menschgemachte Katastrophe. Hinter der Berstation wartet noch eine kleine Kraxelpassage bis wir schließlich auf dem Grat ankommen. Hier trifft unser Aufstiegsweg auf den Weg, welcher von der Knorrhütte auf die Zugspitze führt und die Frequentierung nimmt deutlich zu.

Ein kleiner, in den Berg geschlagener Weg, führt uns nun weiter nach oben.

… bis wir den Aufstieg zum Gipfelaufbau erreichen. Inzwischen sind uns schon einige Touristen entgegengekommen, welche versuchen mit Turnschuhen durch das alpine Gelände zu wandern. Die Meisten davon drehen zum Glück rechtzeitig wieder um, während wir uns die letzten Stufen hinaufquälen und das Münchner Haus erreichen. Viele Blicke wirken sehr verstört… Klar, wir stehen hier oben mit Helm und KS-Set, duften wohl auch nicht mehr ganz so frisch und sehen etwas abgekämpft das. Man fühlt sich als Bergsteiger hier oben fast wie ein Tier im Zoo. Schnell bahnen wir uns den Weg durch die Menschenmassen und betreten die bayrische Seite der Zugspitze. Durch den Bau der neuen Seilbahn, ist hier nichts mehr wie es war und wir müssen uns den Weg zum Gipfelkreuz erstmal im neuen Schicki-Micki-Restaurant erfragen. Am Gipfel ist noch nicht viel los und wir hoffen das Gipfelkreuz in Ruhe genießen zu können-falsch gedacht. Als wir den Zugang gefunden haben, geraten wir an das Baugerüst, welches uns hinunter zum Gipfel-Einstieg führt. Dabei ist uns gar nicht aufgefallen, dass uns eine ganze Menschentraube gefolgt ist und mit uns zum Kreuz will. Wie die Lemminge… Naja, was solls… Wir steigen über das Gerüst ab und kommen auf den kleinen Übergang, welcher zur Leiter führt und schließlich über den versicherten Gratweg zum Gipfelkreuz. Hier suchen wir uns ein ruhiges Plätzchen und genießen den Moment.

Nachdem wir die Gipfelzeit in vollen Zügen genossen haben, machen wir uns auf dem Weg zum verdienten Gipfelbierchen. Um an die Tränke zu kommen, müssen wir aber erst den kleinen Gratweg zur Leiter zurückgehen. Inzwischen ist dies gar nicht mehr so einfach. Die Massen drängen sich über den kleinen Steig in Richtung Gipfelkreuz und so manch einer tut lauthals seinen Unmut kund während andere auf allen Vieren versuchen zum höchsten Punkt Deutschlands zu kommen. Mit etwas Geduld und guten Nerven, kommen wir wieder am Baugerüst an und steigen wieder zur Plattform der Zugspitze auf. Wenig später genießen wir, unter kritischen Blicken der noblen Besucher und dem zarten Summen der Flex, unser verdientes Gipfelbierchen bevor wir auf der Tiroler Seite doch noch etwas Ruhe finden und den Blick in die Ferne schweifen lassen können.

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Da wir am Abend noch das Highlight des Wochenendes genießen wollen, nehmen wir den Abstieg die Bergbahn nach Ehrwald und nach einem kleinen Nachmittagsschläfchen heißt es für uns: Berge in Flammen – Die Bergfeuer in der Tiroler Zugspitzarena

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Mein Fazit:

Die Bergtour von Ehrwald durch den Stopselzieher auf die Zugspitze besticht durch eine abwechslungsreiche Wanderung und fantastische Aussichten. Mehrfach verändert sich das Gelände und der Weg führt zuerst über das steile Schuttkar, bevor es über ein aussichtsreiches Felsband zur Wiener-Neustädter Hütte und schließlich durch den Stopselzieher geht. Der Klettersteig ist für geübte Berggeher kein großes Hindernis. Für weniger erfahrene Bergfreunde kann er jedoch schnell anspruchsvoll werden. Gerade zum Ende hin geht der Weg gut in die Beine und es ist ein gutes Maß an Kondition und Kraft gefragt. Technisch ist die Ferrata wenig anspruchsvoll. Erst nehmen sollte man den Aufstieg auf alle Fälle. Der Weg ist steinschlaggefährdet und das Tragen eines Helmes für jeden mehr als empfehlenswert. Am Gipfel der Zugspitze hat der Mensch deutliche Spuren hinterlassen. Ich möchte nicht mehr näher darauf eingehen… Lässt man den Blick einfach in die Ferne schweifen, ist der höchste Berg Deutschlands ein wahrer Traumgipfel und auch wir haben jetzt schon wieder Pläne für die nächste Wanderung zum 2692 hohen Gipfelkreuz. 😉

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Ich hoffe, euch hat der Bericht über die Wanderung auf die Zugspitze gefallen und wir haben euch etwas Lust gemacht diesen Weg durch den Stopselzieher selbst einmal zu gehen. Hinterlasst uns doch in den Kommentaren eure Meinungen und Erfahrungen. Wir sind gespannt was ihr zu erzählen habt.

Also viele Grüße und bis bald, Anett & Maik

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