Bergtour von Molina auf den Cima d´Oro (1802m) Gardaseeberge

Die abwechslungsreiche Bergtour von Molina am Ledrosee auf den Cima d’Oro führt auf geschichtsträchtigen Bergpfaden hinauf zu einem grandiosen Aussichtsgipfel.

Bereits im ersten Weltkrieg war der Cima d’Oro wegen seiner grandiosen Aussicht schwer umkämpft. Heute brechen wir auf um diesen Gipfel in den Gardaseebergen zu besteigen und das herrliche Gipfelpanorama mit eigenen Augen zu sehen.

Guten Morgen aus Molina di Ledro. Unsere Beine haben sich von unserer Bergtour auf den Cima Rocco wieder gut erholt und wir sind wieder frisch. Die leichte Wanderung um den Ledrosee, welche wir am Vortag genossen haben, hat uns wieder genügend Energie gegeben um am dritten Wandertag in den Gardaseebergen einen ganz besonderen Gipfel zu besteigen, den Cima d’Oro.

Aufstieg zum Cima d’Oro (1802m)

Nach einem reichhaltigen Frühstück in unserer Pension geht es auch direkt los.

Auch das Wetter meint es gut mit uns. Von dem Regen des Vortages ist nichts mehr zu sehen. Lediglich die Gipfel haben wieder das weiße Schneekleid angezogen. Wie es da oben wohl ausschaut und wieviel Schnee liegen wird?

Gut 15 Minuten wandern wir steil bergauf durch …

… bis wir am Ortsausgang auf einen kleinen gepflasterten Wanderweg treffen.

Der kleine Bergpfad ist nur durch ein unauffälliges Schild an einer Holzhütte ausgewiesen. Wir folgen diesem in Richtung Madonna.

Die Steigung des Weges lässt hier wieder etwas nach und es sind nur einige Felsstufen zu überwinden.

Die Sonne steht bereits hoch am Himmel und schickt uns ihre wärmenden Strahlen. Am Ende des Weges scheint ein Aussichtspunkt zu sein. „Lass uns da rasten und die Jacken in den Rucksack packen“

Madonnina di Besta

Wir trauen unseren Augen nicht. Schon vor unserer Reise haben wir Bilder von der Madonna gesehen, welche schützend über dem Ledrosee steht. Eigentlich wollten wir am Vortag aufbrechen um sie zu suchen, aber bei dem Sauwetter hatten wir auch keine Lust. 😉

Es ist wirklich reiner Zufall, dass wir das Fleckchen finden. Eigentlich wäre unser Wanderweg 20 Meter vorher abgebogen. Es war nur die Neugier, die uns den erhofften Aussichtspunkt erkunden lies. Umso mehr freut es uns, dass die Madonna heute mit auf unserer Tour liegt.

Selbstverständlich nutzen wir diese Überraschung um hier ein erstes Päuschen einzulegen und wie angedacht die überflüssige Kleidung in den Rucksack zu packen.

Weiter geht´s! Wir gehen wieder ein kleines Stück zurück und folgen dem Bergpfad weiter in die ursprüngliche Richtung bis wir auf einen breiten Fahrweg treffen.

Da der Schnee mit zunehmender Höhe immer mehr wird, entschließen wir uns dem breiten Fahrweg zu folgen. Bei schönem und trockenem Wetter kann man die Serpentinen auch durch einen kleinen, aber steilen, Pfad abkürzen.

Inzwischen sind auch die Bäume angezuckert und der blaue Himmel lässt uns in ein Winterwonderland eintauchen.

Wo die Sonne bereits hin scheint, gibt es gibt es ab und an eine kühle Überraschung von oben. Natürlich fällt der tauende Schnee direkt ins Genick… 😉

Der breite Weg lässt sich einfach gehen und zieht sich nur mäßig steil Serpentine für Serpentine den Berg hinauf.

Sentiero Austroungarico 1915-1918

Der Lehrpfad ist wohl auch ein Grund warum wir uns heute für diese Wanderung entschieden haben und wir erreichen die ersten Geschützstellungen des Österreich-Ungarisches Hehres.

… verrät wieso. Was wir heute als traumhafte Aussicht genießen dürfen, war in den dunklen Jahren des ersten Weltkrieges von strategischer Wichtigkeit. Es war fast jede Feindbewegung im Tal und an den gegenüberliegenden Bergen zu erspähen. Übrigens wurde dieser Posten nie durch die italienischen Truppen eingenommen.

Dieses Thema wird uns jetzt bis zum Gipfel verfolgen. Der weitere Wanderweg auf den Cima d’Oro verläuft ab hier direkt durch die Schützengräben und wir sind schon neugierig was es alles zu entdecken geben wird.

Direkt nach dem Beginn des Lehrpfades treffen wir auf den alten Hilfsplatz. Da der Weg im Schatten liegt, entscheiden wir uns spontan unsere Grödel anzulegen um später einen sicheren Tritt zu haben.

Der Pfad schlängelt sich meistens direkt am Bergrücken hinauf. Nur an unzugänglichen Stellen zieht er sich in den Wald zurück. Diese Passagen sind dann meist extrem steil.

… desto tiefer wird der Schnee. Wir sind heilfroh darüber, dass schon andere Wanderer vor uns unterwegs waren und der Weg einigermaßen gespurt ist.

Heute haben wir zum Glück bestes Wanderwetter und die Sonne scheint warm auf uns herunter. Aber immer wieder versuchen wir uns in die Situation von damals zu versetzen. Schnee, Eis & Kälte… Wie grausam muss das „Leben“ hier oben gewesen sein? In den Jahren des Gebirgskrieges kamen mehr Menschen durch Lawinen und Krankheit ums Leben als durch feindliches Feuer. Ein absoluter Irrsinn!!!

Osservatorio Cima d’Oro

Der Wald lichtet sich und wir erblicken vor uns das Gedenkkreuz, welches man so markant aus Molina sehen kann.

Bereits wenige Minuten vorher haben uns entgegenkommende Wanderer gewarnt und informiert, dass die Wanderung hier endet. Wir stehen gut 30 Meter vor dem Kreuz und es gibt keinen direkten Weg. Der eigentliche Wanderweg, welcher in einer Felsrinne liegt, ist meterhoch mit Schnee bedeckt und stark lawinengefährdet. Klar, dass wir da keinen Fuß draufsetzen.

Ist die Wanderung tatsächlich hier schon zu Ende?

Nein! Der Grat, welcher zum Kreuz führt, liegt nur gut 10 Meter über uns. Einige Bäume spenden dem Schnee einen sicheren halt. Also heißt es jetzt, vorsichtig sich direkt durch den steilen Hang nach oben zu wühlen. Der Schnee reicht mir bis zur Hüfte und der kurze Aufstieg wird zum Kraftakt, zumal die Äste der Bäume alles etwas behindern. 😉

Auf dem Grat angekommen, entspannt sich alles wieder.

… die Rückseite des Berges liegt auf der Sonnenseite. Jetzt können wir gefahrlos und wieder völlig entspannt zum Gedenkkreuz laufen.

*Pause*

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Es ist einfach nur traumhaft. Die Sonne scheint warm vom Himmel, die umliegenden Berge sind mit Schnee bedeckt, tief unter uns liegt der Ledrosee und in der Ferne erblicken wir sogar Sirmione, die bekannte Halbinsel im Süden des Gardasees. Ein Moment für die Ewigkeit und schnell steht es fest-es ist einer der schönsten Aussichtspunkte in meiner Wanderzeit.

Wie lange wir hier sitzen, kann ich euch gar nicht sagen aber irgendwann machen wir uns auf den Weg zum:

Gipfel des Cima d’Oro (1802m)

Die Steigung des Weges ist kaum nennenswert. Hier und da gilt es mal für einige Meter aufzusteigen bevor die nächste Etappe wieder etwas flacher wird. Wir können somit das umliegende Panorama in vollen Zügen genießen.

Der Hang sieht auf den Bildern flacher aus, als er tatsächlich ist. Das Vorwärtskommen wird schnell mühsamer und immer wieder müssen wir schauen, wo wir unsere Tritte sicher platzieren.

Mit etwas Achtsamkeit, erreichen wir den flachen Gipfel des Cima d’Oro.

Es zeigt sich ein traumhaftes Panorama und wir lassen unsere Blicke 360 Grad in Dauerrotation schweifen. Ein Gipfelkreuz gibt es hier übrigens nicht.

Wir genießen noch eine ganze Weile den Moment und überlegen, wie wir unsere Wanderung fortsetzen.

Auf dem gleichen Weg zurück? Da haben wir beide keine Lust zu. 😉

Ein Blick auf die Wanderapp verrät uns, dass der Weg weiter über den Grat führt und wir später in Richtung Mezzolago absteigen können. Ich gehe kurz voraus um die Schneelage zu prüfen-sieht gut aus.

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Der Abstieg nach Mezzolago

Was jetzt folgt, sollte bei diesen Witterungsbedingungen von unerfahrenen Bergfreunden strikt vermieden werden. Wenn der Berg schneefrei ist, sollte der weitere Weg keine große Herausforderung darstellen.

… welcher jedoch mit einigen Wechten (Schneeüberhänge) überzogen ist. Der Hang links ist dazu noch lawinengefährdet. Scheinbar war am Vortag bereits ein Wanderer hier oben unterwegs. So können wir seinen Spuren folgen und uns immer wieder daran orientieren. Hier und da ragen auch kleine Grasbüschel aus dem Schnee heraus-ein Zeichen für flacheren Schnee. Wir kommen gut voran und es läuft einfacher als gedacht. Die Wechten lassen sich gut umgehen und der Schnee unter uns ist trittfest. Passt!

… und wir haben nur noch eine Kuppe vor uns bis wir auf den Wanderweg ins Tal abbiegen können.

Auf diesem werden wir jedoch nie ankommen.

Vor uns liegt jetzt ein kleiner Gipfelaufbau mit steil abfallenden Hängen und einer stark überhängenden Wechte. Keine Chance da heil drüber zu kommen. Und nun?

Binnen Sekunden sind wir uns einig. Auf dem Hang links von uns, taut es schon kräftig und er ist fast schon schneefrei. Dazu können wir von hier schon die Fortsetzung des Wanderweges, auf welchen wir eigentlich wollten, erkennen. Also heißt es für uns: Direktabstieg.

Auch hier helfen uns die Grödel (hier findest du die beliebtesten Grödel bei Amazon*) und die spitzen Metallzähne schenken uns einen sicheren Tritt. Gut, die eine oder andere Rutschpartie auf dem Hosenboden gab es auch, aber das gehört nun mal dazu. 😉

Wir benötigen gut eine Stunde bis wir auf dem Wanderweg ankommen und den geplanten Abstieg, nach einer kleinen Pause, weiter fortsetzen können. Dieser führt uns, über einen breiten Weg, wieder zu dem Außenposten, welchen wir schon beim Aufstieg begutachtet haben und später über den breiten Wanderweg in Richtung Mezzolago.

Der Fahrweg ist inzwischen Schneefrei und je tiefer wir kommen umso wärmer wird es wieder.

Wir erreichen, mit bester Laune, Mezzolago und wandern am See direkt in die nächste Pizzeria, welche zufälliger Weiße auch Cima d’Oro heißt. 😉

Noch einmal lassen wir uns die italienischen Köstlichkeiten schmecken und blicken begeistert auf die zurückliegende Tour und das viel zu kurze Osterwochenende zurück…

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Die Wanderung bei Komoot

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Mein Fazit:

Eine Bergtour wie man sie nur selten findet. Immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken und der Weg ist herrlich abwechslungsreich. Weiter oben bietet der Lehrpfad dem historisch-interessierten Wanderer spannende Einblicke in die Zeit von 1915-1918. Am Gedenkkreuz angekommen, hat man ein malerisches Panorama, welches sich am eigentlichen Gipfel noch zu übertreffen weiß. Da wir heute leider einen interessanten Punkt auf dem weiteren Weg auslassen mussten, sind wir uns sicher-wir kommen wieder! Dann gibt es bestimmt auch einen Bericht mit sommerlichen Wanderwegen. 😉

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So, das war er also: unser Kurzurlaub in den Gardaseebergen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei euch bedanken, dass ihr mir auf der kleinen Reise gefolgt seid. Solltest du die ersten beiden Tage verpasst haben, kannst du sie hier nachlesen:

Gardaseeberge-von Molina auf den Cima Capi und den Cima Rocco (via Ferrata)

Leichte Wanderung um den Ledrosee (Lago di Ledro)

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In den nächsten Tagen warten wieder die Nordalpen darauf von uns erkundet zu werden. Schaut also bald wieder rein, es gibt viel zu entdecken.

Also, viele Grüße und bis zum nächsten Bericht, Anett & Maik

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