Wanderung auf den Kreuzkopf und den Ochsenälpeleskopf

Die leichte Wanderung auf den Kreuzkopf (1909m) und den Ochsenälpeleskopf (1905m) in den Ammergauer Alpen verspricht ein Bergpanorama, welches seinesgleichen sucht.

Da das Wetter für das Wochenende wieder mal nicht perfekt ist, nutzen wir das kurze Schönwetterfenster und brechen zu einer kleinen Biwaktour in die Ammergauer Alpen auf.

Endlich hat der Sommer auch den Weg nach Deutschland gefunden und so mache ich mich am Freitagnachmittag, bei herrlichen 25 Grad, auf den Weg in die Ammergauer Alpen um eine Nacht am Fuße des Ochsenälpeleskopf zu verbringen.

Die Fahrt von München nach Murnau, wo ich meine Begleitung aufsammele, verläuft ruhig und entspannt. Gemeinsam fahren wir die letzten Kilometer durch Ettal und biegen in Richtung Plansee ab. Das Auto parken wir auf einem der wenigen kostenfreien und nicht hauseigegen Parkplätze am Alpenhotel Ammerwald (Adresse für´s Navi: Ammerwald 1 – 6600 Reute – Österreich). Schnell treffen wir noch die letzten Vorbereitungen und schultern unsere wirklich schweren Rucksäcke.

Der Aufstieg zum Kreuzkopf

Unsere Wanderung führt uns direkt über den Parkplatz des Hotels. Am Ende erblicken wir dann den ersten Wegweiser:

Vor Grenzkontrollen muss man sich hier nicht fürchten. 😉

Der breite Weg lässt sich sehr angenehm gehen. Bei dem schweren Gewicht, was auf unseren Schultern lastet, ist dieser Aufstieg nahezu Luxus. Gemütlich schlängelt er sich in Serpentinen relativ flach nach oben.

Die Bäume spenden uns Schatten und wir haben noch genügend Luft um den ganzen Weg zu quatschen. 🙂 Nach gut einer Stunde erreichen wir das Hochtal, durch welches man auch weiter zum Schloss Neuschwanstein wandern kann. Gleich zu Beginn biegen wir links ab und folgen den Wegweisern hinauf zum ersten Ziel. Von hier an wird der Weg deutlich steiler und anstrengender. Der lose Schotter kostet uns jede Menge Energie. Nach gut 20 Minuten lehnt sich der Weg wieder zurück und wir wandern gemütlich über die Almwiesen vorbei an der Hirschfängalpe (unbewirtschaftet). Nach der Querung eines kleinen Baches, wird es noch einmal kurz anstrengend und der felsige Pfad raubt einiges an Puste. Vor uns liegt nun am Horizont ein Bergrücken, welche neue Aussicht sich wohl dahinter versteckt?

SCHLUSS-AUS-PAUSE! Ich bin völlig begeistert von dem was ich hier erblicke. Am neuen Horizont zeigt sich das Zugspitzmassiv, das Wettersteingebirge und das Mieminger Gebirge. Inzwischen ist es gegen 18:30 Uhr und die Bergriesen werden schon im weichen Licht des Abends gemalt. Ich kann mich kaum sattsehen aber meine Begleitung verspricht mir von oben noch schöne Blicke, also nichts wie weiter. Von nun an geht es unschwierig weiter. Unsere Schuhe tragen uns über einen schönen Pfad hinauf zur Almwiese, welche wir uns als Schlafplatz ausgesucht haben. Lediglich einige Weidezäune sind auf diesem Abschnitt zu überwinden. Auf der Wiese angekommen werfen wir einen suchenden Blick über das Gelände und entdecken bald das perfekte Plätzchen. Jetzt sind es nur noch wenige Höhenmeter bis wir, etwas unterhalb des Sattels, die schweren Rucksäcke zurücklassen und uns auf den Weg zum Kreuzkopf machen. Was für eine Wohltat! Der Weg führt uns auf einem kleinen, wohl eher selten begangenen, Pfad hinauf und am Sattel halten wir uns links. Von hier aus kann man schon auf den kommenden Grat blicken. Zwischen den Latschenkiefern führt uns der Weg bergauf zum sehr schottrigen Gipfelanstieg.

Mit dem letzten Licht des Tages erreichen wir das Gipfelkreuz auf 1909m.

Leider habe ich heute nur die kleine Kamera dabei, welche bei diesen Lichtverhältnissen ihre Grenzen erreicht.

Es ist traumhaft hier oben. Zwischen den Bergen tummeln sich kleine Nebelfelder und wir blicken auf die Zugspitze, Reute, den Säuling und über die Ammergauer Alpen. Auch wenn es davon keine Bilder gibt, wird dieser Moment wohl ewig in unseren Köpfen bleiben. Wir lassen uns auf der kleinen Bank nieder und genießen die Stille und die Aussicht. Als dann noch der Mond hinter der Zugspitze aufgeht, ist die Stimmung perfekt. Ein riesiger orangefarbener Ball beschert uns eine Kulisse wie ich sie nur sehr selten erleben durfte. (warum hab ich Depp meine Kamera nicht mitgenommen…? 😉 ) Irgendwann wird es empfindlich kalt und wir beschließen zum Schlafplatz (auf ca. 1740m) zurückzukehren. Der Abstieg über den gerölligen Pfad verlangt dabei sehr viel Konzentration und Achtsamkeit. Aber dank unserer Stirnlampen gelangen wir sicher hinunter und erreichen gegen 22:30 Uhr unsere Schlafsäcke. Als das Biwak eingerichtet ist, verkriechen wir uns schnell in die wärmende Hülle und genießen noch eine kleine Brotzeit. Immer wieder schweift unser Blick über den Himmel. Über dem Ochsenälpeleskopf thront der große Wagen und der Mond leuchtet hell über den Bergriesen. Schöner kann dieses Naturerlebnis kaum sein. Allerdings ziehen auch immer wieder kleinere Wolkenfelder über uns hinweg. Wird das Wetter halten? Es ist gegen 00:30 Uhr als uns die Augen zufallen… Gute Nacht!

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Aufstieg zum Ochsenälpeleskopf (1905m)

Guten Morgen du schöne Welt!

Bereits vor dem Sonnenaufgang weckt uns das Handy. Allerdings sieht es nicht so rosig aus. Der Himmel ist mit Wolken verhangen und es tröpfelt leicht auf die Schlafsäcke. Also entscheiden wir uns noch ein wenig zu schlafen. 🙂 Eine halbe Stunde später, so gegen 05:45 Uhr, sieht die Welt schon ganz anders aus. Am Horizont zeigt sich ein leichtes Morgenrot und wir beschließen die warmen Schlafsäcke zu verlassen. Schnell schlüpfen wir in die wärmende Kleidung und machen uns wieder auf dem Weg zum Sattel. Heute Morgen biegen wir rechts ab und der kleine Pfad führt uns binnen 30 Minuten hinauf zum Gipfel.

Pünktlich zum Sonnenaufgang kommen wir oben an und werden direkt belohnt.

Dank meiner Begleitung wird der Bergmorgen noch perfekter. Ihr Kocher spendiert uns am Gipfel einen frischen Kaffee. Jetzt heißt es einfach nur noch zurücklehnen und genießen.

Von hier oben sieht man sie alle!

Egal ob Karwendel, Wettersteingebirge, Zugspitze, Mieminger Gebirge, Lechtaler Alpen, Tannheimer Berge oder die Ammergauer Alpen… Von hier oben hat man eines der schönsten Gipfelpanoramen meiner Wandergeschichte.

Gut 1,5 Stunden sitzen wir hier oben und genießen diesen unbezahlbaren Moment.

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Der Abstieg ins Ammertal

Leider ziehen dann doch irgendwann die vorhergesagten Wolken auf. Bevor wir nass werden, beschließen wir zum Biwakplatz zurückzukehren um uns noch eine Brotzeit im Trockenen zu gönnen. Da angekommen lassen wir uns die mitgebrachten Leckereien schmecken. Während wir in die Eier, Tomaten, Oliven, Kekse und Käsebrezn beißen, meint es der Wettergott gut mit uns und plötzlich verziehen sich die Wolken wieder und die Sonne kommt zum Vorschein. An den Abstieg denkt jetzt keiner mehr…

Wir schlemmen, quatschen und genießen… Zwischendurch dösen wir immer wieder kurz ein und lassen uns von der Sonne bräunen. Der Genuss kennt in diesen Momenten keine Grenzen mehr. Gut 4 Stunden liegen wir im Gras und lassen die Seele baumeln…

Gegen Mittag erreicht uns dann doch die Schlechtwetterfront aus dem Westen. Also packen wir alles zusammen und machen uns auf dem Weg zurück zum Auto. Für den Abstieg nutzen wir den Aufstiegsweg. An der kleinen Bachquerung gönnen wir uns noch eine ausgiebige Wäsche und ein Fußbad. Immer wieder lassen wir das erlebte Revue passieren und erreichen gegen 14:30 Uhr trocken das Auto.

Was für ein traumhafter Bergtag!!!

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Mein Fazit:

Die leichte Wanderung in den Ammergauer Alpen hinauf zum Ochsenälpeleskopf ist für groß und klein geeignet. Die mäßige Anstrengung wird von einem einzigartigen Panorama belohnt. Wenn man den Kreuzkopf noch besteigen möchte, benötigt es definitiv Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Auf dem gerölligen Weg sollte man große Vorsicht walten lassen. Bei gemütlichem Tempo benötigt man für diese Tour (inklusive beider Gipfel) gut 8 Stunden.

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Viele Grüße und bis zum nächsten Abenteuer, Maik

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