Bergwanderung auf die Hochplatte in den Ammergauer Alpen

Die anspruchsvolle Bergwanderung auf die Hochplatte (2082m) in den Ammergauer Alpen entführt den Bergfreund in ein uriges Naturparadies und wartet mit alpinen Abschnitten auf.

Anfahrt

Es ist Freitagnachmittag als wir uns auf den Weg von München in die Ammergauer Alpen machen, unser heutiges Ziel ist die Hochplatte. Wir folgen der A95 in Richtung Garmisch-Partenkirchen bis wir in Oberau rechts in Richtung Ettal abbiegen. Kurz nach dem Ortsausgang folgen wir den Straßenschildern in Richtung Schloss Linderhof / Plansee. Kurz hinter der Grenze befindet sich das Hotel Ammerwald auf der rechten Seite. Vor dem unübersehbaren Bau befinden sich einige kostenfreie Parkplätze an der Straße (der große Parkplatz ist für Hotelgäste reserviert). (Adresse für´s Navi: Ammerwald 1, 6600 Gemeinde Reutte, Österreich – Google Maps) Wir finden noch einen Parkplatz und machen uns an die Vorbereitungen.

Aufstieg vom Hotel Ammerwald zur Hochplatte

Es ist ca. 17:30 Uhr als wir unsere schweren Rucksäcke schultern und uns auf den Weg machen. Hierzu folgen wir der Straße ein kleines Stückchen in Richtung Deutschland bis uns, nach ca. 5 Minuten, ein Forstweg links in den Wald abbiegen lässt. Dieser zieht sich für weitere 5 Minuten eben durch den Wald bis wir auf den ersten Wegweiser treffen.

Idyllisch zieht er sich am Bach entlang und wir bringen die ersten Höhenmeter hinter uns.

Über die kleine Leiter geht es hinunter zum Flussbett, welches wir über einen kleinen Steg trockenen Fusses queren können.

Jetzt wird es deutlich steiler und der schmale Pfad zieht sich in kleinen Serpentinen den Berg hinauf.

Kurve für Kurve geht es über Stock und Stein weiter hinauf. Die kleinen Stufen kosten dabei extra Kraft-kein Wunder bei ca. 15 Kilogramm auf dem Rücken… Nach ungefähr 30 Minuten erreichen wir wieder eine flache Etappe …

Ein wirklich herrliches Plätzchen für eine Pause. Klar, dass wir uns hier erstmal niederlassen, unsere Wasservorräte auffüllen und den Blick auf den westlichen Geierkopf genießen.

Wieder etwas erholt, machen wir uns auf den weiteren Weg zur Hochplatte und lassen den Wald hinter uns. Der kleine Bergpfad ist nicht mehr ganz so steil und wird etwas felsiger. Wir schauen uns etwas skeptisch an, als uns plötzlich kleine Regentropfen treffen. Eigentlich sollte das Wetter zum Abend besser werden… Naja, schauen wir mal… 😉

Der Weg verändert sich auf den kommenden Metern kaum. Es geht über kleine felsige Stufen weiter nach oben bis plötzlich ein bekanntes Fauchen in unsere Ohren dringt. Wenige Meter vor uns steht eine Gams und schaut uns beim Aufstieg zu. Wenige Augenblicke später kommen 6 Weitere dazu und gemeinsam queren sie vor uns die kleine Almwiese. Natürlich schauen wir uns dies leise an und genießen es, die Tierchen zu beobachten.

Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis zum Weitalpjoch, wo wir eine weitere kurze Pause einlegen. Der Regen hat sich zum Glück wieder verzogen aber am Himmel hängen noch einige dicke Wolken.

Wir befinden uns jetzt auf ca. 1750m und haben noch ca. 300 Höhenmeter vor uns. Da ganz langsam das weiche Licht des Abends einsetzt, machen wir uns wieder flott auf die Sohlen-noch zwei Stunden bis zum Sonnenuntergang. Da ich die Tour bereits vor einigen Jahren mit Markus vom Outdoor-Blog.org gegangen bin, kenne ich den Weg bereits und kann einschätzen was uns noch erwartet.

… wir die Latschenzone erreichen. Jetzt heißt es einige Wurzeln und die tiefhängenden Äste zu überwinden bevor wir an das nächste Joch gelangen und den finalen Gipfelaufstieg zur Hochplatte beginnen.

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Bereits beim letzten Joch warnte uns der Wegweiser vor den bevorstehenden alpinen Gefahren. Diese sollte man bereits auf dieser Etappe nicht unterschätzen. Der Fels unter unseren Füßen ist zerklüftet und teilweise sind die Spalten noch mit Schnee bedeckt. Es heißt vorsichtig gehen und hoffen, dass man in diesem Fels-Latschen-Wirr-Warr den Weg nicht verliert. Dies ist hier oben manchmal gar nicht so einfach und man sollte die Augen stets nach den verwitterten Wegmarkierungen offen halten.

Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind hier Pflicht. Die kleinen Tritte laden dazu ein, sich schnell den Hax (Fuß ;-)) zu vertreten. Wir kommen gut voran und erreichen noch die letzte flache Etappe vor dem Gipfelaufbau. Sollen wir bereits hier übernachten oder gehen wir noch weiter? Das Licht ist noch gut und nach kurzem Überlegen, entscheiden wir uns, die letzten Meter noch zu wagen.

Der Einstieg in den Grat ist noch relativ gut gehbar. Wenige Meter später solltest du definitiv schwindelfrei sein-auch wenn die heiklen Stellen mit Stahlseilen versichert sind.

Im weiteren Verlauf entspannt sich der Weg wieder und wir wandern gemütlich unserem Ziel entgegen. Noch vor dem Gipfel entdecken wir ein feines Biwakplätzchen und sind uns schnell einig: Wir wollen den Abend genießen und verschieben das Gipfelkreuz auf morgen früh. Nach gut vier Stunden reicht es auch für heute und so begeben wir uns mit der Kamera und einem kühlen Radler an ein gemütliches Fleckchen und genießen die letzten Minuten des Tageslichts.

Dank des großen Mondes, haben wir noch genügend Licht um unsere Isomatten und Schlafsäcke auszubreiten bevor wir uns in diese hineinkuscheln und irgendwann einschlafen.

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Guten Morgen von der Hochplatte

Es ist 04:30 Uhr als uns der Wecker aus dem Schlaf klingelt und wir prüfend an den Horizont schauen. Jetzt aber schnell, das erste Blau schimmert schon am Himmel als wir die wärmende Hülle verlassen und in unsere Wandersachen schlüpfen. Wenige Minuten später stehen wir am Gipfel der Hochplatte auf 2082m.

Himmel und Wolken färben sich in sanfte Pastelltöne bis am Horizont die Sonne aufgeht.

Während im Hintergrund unser Kaffee anfängt zu kochen, trifft das erste Licht der Sonne auf die umliegenden Berggipfel und bringt diese zum Glühen.

Das weiche Licht verblast langsam und wir genießen die Wärme der Sonne.

Von hier oben können wir auf viele vergangene Touren zurückblicken und vor uns liegen die Geierköpfe, die Zugspitze, das Hochjoch und, und, und… Am liebsten würden wir jetzt wohl die Zeit anhalten aber vor uns liegt noch die spannendste Etappe der Tour.

Bevor wir aber dahin aufbrechen, steigen wir erst noch einmal zu unserem Biwakplatz ab und packen alles wieder gründlich zusammen. Nach einem prüfenden Blick schultern wir wieder unsere schweren Rucksäcke und sind wieder zurück auf der Tour.

Abstieg über den Gratweg zum Fensterl und durch das Roggental

Wer schon beim Aufstieg Probleme beim Gratweg hatte, sollte jetzt auf gar keinen Fall weitergehen. Nach dem Gipfelkreuz zeigt der Weg sich von seiner alpinen Seite.

… und der schmale Pfad führt knapp an der steilen Felswand entlang.

Vor uns zeigt sich jetzt die Schlüsselstelle.

Für erfahrene Berggeher stellt diese Passage sicherlich kein großes Problem dar, den Respekt davor sollte man jedoch nie verlieren. Als wir diese Etappe gemeistert haben, müssen wir wieder einige Meter nach oben kraxeln.

Oben angekommen, endet die Versicherung und der Weg wird wieder etwas breiter. Aber die Aufmerksamkeit sollte erhalten bleiben. Der weitere Weg führt ungesichert am Grat entlang und es sind immer wieder kleinere Stufen zu überwinden-stolpern ist hier keine Option.

Natürlich haben wir das Tierchen schon eine ganze Weile beobachtet und haben uns vorsichtigen Schrittes genähert. Es ist einfach schön anzuschauen wie sich der Vierbeiner in seiner natürlichen Umwelt wohlfühlt und die Sonne genießt.

Auf dem weiteren Weg beginnt bereits der Abstieg und dieser führt uns über kleine Stufen hinunter zum Fensterl.

… ist zwar „nur“ ein Loch im Fels aber ein herrliches Motiv. Das Stahlseil führt übrigens auf den Weg zur Kenzenhütte.

Mit der Ankunft an dem Felsloch verlassen wir auch das alpine Gelände. Gut eine Stunde Konzentration liegt jetzt hinter uns. Klar, dass wir uns jetzt nochmal eine Pause gönnen und die Aussicht genießen.

Kurz überlegen wir, ob wir noch zur benachbarten Krähe aufsteigen sollen aber diesen Gedanken verschieben wir auf eine der nächsten Touren.

Für uns geht es jetzt weiter in Richtung …

Der Weg ist jetzt wieder deutlich einfacher und ohne große Hindernisse gehbar. Am Sattel angekommen, haben wir die Wahl links zu gehen um wieder auf den Aufstiegsweg zu kommen oder rechts in Richtung Hohenschwangau abzusteigen. Wir entscheiden uns für den Weg nach Hohenschwangau und steigen ins Tal hinab bis uns ein lautes Pfeifen hellhörig werden lässt.

Natürlich habe ich heute mein Teleobjektiv nicht mit dabei… Zefix! Langsam und leise versuchen wir uns den süßen Fellmonstern noch etwas zu nähern-bis sie in ihrem Bau verschwinden…

Die Entscheidung rechts zu gehen war genau die Richtige. Wir wandern durch ein herrliches Hochtal und es lassen sich noch weitere Gämse und Murmelies blicken.

  Idyllisch geht es weiter bis wir auf den breiten Fahrweg treffen, welcher das Ammertal mit den Königsschlössern in Schwangau verbindet. Da angekommen halten wir uns links und folgen dem Weg bis wir auf den Schützensteig, einem monotonen Waldweg mit vielen Serpentinen gelangen. Zwar ist der Weg jetzt sehr langweilig und zäh aber wir nutzen die Zeit um über die tollen Erlebnisse der vergangenen Stunden zu reden und stehen plötzlich wieder vor dem Ausgangspunkt unserer Bergwanderung auf die Hochplatte.

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Mein Fazit:

Die Bergtour auf die Hochplatte in den Ammergauer Alpen entführt den Wanderer in ein herrliches Naturparadies und verspricht eine abwechslungsreiche Tour. Der Aufstieg verläuft am Anfang steil ansteigend auf einem kleinen Pfad immer am Bach entlang. Die Möglichkeit Wasser nachzufüllen gibt es recht häufig (sofern das Wetter die Tage davor dementsprechend war). Der finale Gipfelaufstieg verläuft im alpinen Gelände und immer wieder sind ausgesetzte Gratpassagen zu meistern. Hier sollte sich jeder sicher sein ob er den Einstieg wagen möchte. Für uns war die Rundtour eine herrliche Erfahrung und wir werden sie bestimmt irgendwann mal wieder gehen.

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Aber vorher warten noch andere Abenteuer auf uns. 😉 Schaut also bald wieder rein und entdeckt mit uns neue Gipfel und Bergtouren.

Viele Grüße und bis bald, Anett & Maik

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